Eilmeldung

Eilmeldung

London bereitet sich auf "olivgrüne" Spiele vor

Sie lesen gerade:

London bereitet sich auf "olivgrüne" Spiele vor

Schriftgrösse Aa Aa

Sollten die Olympischen Spiele nicht auch bei ihrer Wiederentdeckung 1896 ein Fest des friedfertigen Kräftemessens werden? 116 Jahre später ist eher eine Militarisierung der Spiele zu beobachten.
Kein Wunder – schließlich ist der Sport immer ein Abbild der jeweiligen Verhältnisse in der Welt.
Und die sind im Moment eben gar nicht friedfertig.
Da spricht auch der gastgebende Fachminister für Kultur, Medien und Sport, Jeremy Hunt, von “Sicherheitsherausforderungen”, so groß wie bei 36 Weltmeisterschaften zusammen, was kein Wunder sei, wenn mehr als hundert Staatsoberhäupter erwartet werden.
Und dann ist da ja auch noch der Reinfall mit der privaten Sicherheitsfirma. Beauftragt hatte man die weltgrößte. Die schaffte es aber nicht, ausreichend qualifiziertes Personal zu stellen. So muss nun in letzter Minute das britische Militär aushelfen.
So werden wohl mehr als 18.000 Soldaten zum Einsatz kommen, denn die Firma G4S konnte statt 10.400 nur 5.800 Sicherheitsleute stellen. Mit Blick auf die vielen Soldaten in Kampfanzügen macht bereits das Wort von den “olivgrünen” Spielen die Runde. Der Minister gibt sich gelassen, er spricht von guter Zusammenarbeit aller Zuständigen und von einem “robusten Sicherheitsplan” .
Wollten Sie nicht schon immer mal Boden-Luft-Raketen auf ihrem Dach haben? Dieser Wunsch wurde den Bewohnern von zwei privaten Wohngebäuden erfüllt. Auf anderen Dächern sitzen Scharfschützen und auf der Themse patroulliert ein großes Kriegsschiff. Der britischer Verteidigungsminister Philip Hammond sagte dazu ganz klar:” Alle Spiele haben eine militärische Komponente bekommen.”
Etwa über den Zaun vom olympischen Dorf zu klettern für einen vom Trainer nicht erlaubten Stadtbummel, das sei in London keinem Sportler geraten: Der 17 Kilometer lange und 100 Millionen Euro teure Elektrozaun ist mit 5000 Volt aufgeladen. Weil die Terrorangst spätestens nach den Anschlägen vom Juli 2005 in London ohnehin sehr groß ist, wurde Anti-Terror-Einsatz ausgiebig geprobt. Schließlich sind da ja auch noch die Erinnerungen an mehrere Olympia-Attentate.
1996 in Atlanta gab es zwei Tote. Für die Schreckenserinnerung an Terror bei Olympia überhaupt haben Witwen von israelischen Sportlern eine Schweigeminute bei der Eröffnungsfeier in London verlangt. Im München stürmte 1972 ein Palästinenserkommando das Quartier der israelischen Sportler. Elf isralelische Athleten starben.