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Attentat 1972: Witwen fordern Schweigeminute

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Attentat 1972: Witwen fordern Schweigeminute

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Die Hinterbliebenen der Opfer des Olympia-Attentats von 1972 haben die Zuschauer der Eröffnungsfeier in London aufgerufen, von sich aus aufzustehen und eine Schweigeminute einzuhalten.

Bislang hat das Internationale Olympische Komitee eine offizielle Schweigeminute stets abgelehnt.

Zwei der Witwen reisten nach London, um
IOC-Präsident Jacques Rogge umzustimmen.
Ankie Spitzer, Witwe des vor 40 Jahren getöteten israelischen Fechttrainers André Spitzer, sagte: “Wir sind hier, um ihm die Unterschriftenliste zu geben. Im Internet haben mehr als 100.000 Menschen in einem sehr kurzen Zeitraum unterschrieben. Menschen aus der ganzen Welt, aus 155 Ländern, die auch der Meinung sind, dass es eine Schweigeminute oder eine Art Gedenken an die 11 Opfer von München geben sollte.”

Bei dem Streit um die Schweigeminute zeichnet sich allerdings keine Einigung ab. Marc Adams, ein Sprecher des IOC, erklärte: “Das Internationale Olympische Komitee hat bereits am Montag im Olympischen Dorf an diese Tragödie erinnert. Soweit ich weiß, werden wir nichts ändern und alles so machen, wie vorgesehen.”

Die Spiele in München fanden am 5. September 1972 mit Geiselnahme, Erpressung und Mord im olympischen Dorf ein brutales Ende. Bei dem Attentat des palästinensischen Terror-Kommandos “Schwarzer September” wurden
elf Sportler der israelischen Mannschaft getötet.