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Diskussion um Anleihenkäufe der EZB

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Diskussion um Anleihenkäufe der EZB

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Frankreich will die Europäische Zentralbank in der Schuldenkrise in die Pflicht nehmen. EZB-Chef Mario Draghi hatte zuvor erklärt, alles zu tun, um den Euro zu erhalten. Paris hofft nun, dass die EZB am Sekundärmarkt weitere Anleihen von Krisenstaaten wie Spanien und Italien kauft. “Ich vertraue darauf, dass Mario Draghi genau das tun wird, was nötig ist, um die Märkte zu beruhigen und die Zinsen für italienische und spanische Bonds zu drücken”, meinte der französische Finanzminister Pierre Moscovici.

Für Italien zeigte schon Draghis indirekte Ankündigung Wirkung. Bei einer Auktion von Geldmarktpapieren mit sechsmonatiger Laufzeit konnte das Land 8,5 Milliarden Euro einsammeln – und das zu einem hohen, aber nicht besorgniserregenden Zinssatz, wie Bankexperten feststellen. “Es gab einen positiven Effekt nach dem Statement von EZB-Präsident Mario Draghi”, sagte etwa Emanuele Bonabello von der Banca Finnat. “Die Märkte haben offenbar positiv reagiert und obwohl die Zinsen relativ hoch liegen, können wir sehen, dass sie im Vergleich zur letzten Auktion gesunken sind.”

Nicht überall jedoch stoßen mögliche weitere Anleihenkäufe der EZB auf Zustimmung. Ein Sprecher der deutschen Bundesbank sagte, dies sei nicht der beste Weg aus der Krise. Durch Anleihenkäufe würden falsche Anreize gesetzt und die Grenzen zwischen Fiskal- und Geldpolitik verwischt. Im Frühjahr 2010 hatte die EZB begonnen, Anleihen zu kaufen, seit März ruht das Programm.