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Russland: Prozess gegen "Pussy Riot" begonnen

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Russland: Prozess gegen "Pussy Riot" begonnen

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In Moskau hat am Montag der umstrittene Gerichtsprozess gegen die Frauen-Punkband “Pussy Riot” begonnen.

Die Frauen im Alter von 22 bis 29 Jahren hatten im Februar in der Moskauer Erlöserkathedrale ein Punk-Gebet aufgeführt.

Sie selbst bezeichneten ihren Auftritt als politischen Protest mit künstlerischen Mitteln gegen den politischen Stil von Wladimir Putin.

Anders sieht das Ministerpräsident Dimitri Medwedew.

“In einigen Ländern würden die Verantwortlichen solcher Taten viel strenger bestraft werden. Und ich möchte gar nicht davon sprechen, dass solche Taten bei gewissen politischen Gegebenheiten sehr traurig für die enden können, die sie begangen haben.”

Man solle aber das Ende der Ermittlungen und das Urteil des Gerichts abwarten. Die Verteidigung warf Medwedew jedoch vor, Druck auf das Gericht auszuüben.

“Reden wir da von Ländern, wo Leute zu Tode gesteinigt werden? Wenn wir darüber sprechen, ist es eigenartig, Russland mit ihnen zu vergleichen. Wenn Medwedew denkt, dass wir in den Klerikalismus abdriften sollten und ein laizistischer Staat nicht das Ziel Russlands sein sollte, dann sollten wir solche Äußerungen von ihm sehr genau beachten.”

Die drei Frauen räumten vor Gericht ein, der Auftritt sei ein «ethischer Fehler» gewesen.

Ihnen drohen bis zu sieben Jahre Straflager.