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Romneys Wahlkampf-Abstecher nach Polen

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Romneys Wahlkampf-Abstecher nach Polen

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Nach Stationen in Großbritannien und Israel ist der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney in Polen mit dem ehemaligen Staatspräsidenten und Gewerkschaftsführer Lech Walesa zusammengetroffen.

Polen gilt traditionell als politischer Verbündeter der Vereinigten Staaten. Viele US-Wähler haben polnische Wurzeln.

In der Hafenstadt Danzig besuchte Romney die Leninwerft, wo Arbeiter im Jahr 1980 die erste unabhängige Gewerkschaft der kommunistischen Welt durchsetzten. Die Solidarnosc-Gewerkschaft selbst kritisierte Romneys Besuch, da dieser in seiner Heimat gegen Gewerkschaften vorgegangen sei.

In Jerusalem hatte Romney zuvor versprochen, “Israel niemals kritisieren” zu wollen. In einem Gespräch führte Romney angeblich die ökonomische Dominanz Israels auf eine kulturelle Überlegenheit zurück, was unter Palästinensern für Entsetzen sorgte.

“Romney hat sich rassistisch geäußert, indem er die israelische über die palästinensische Kultur gestellt hat”, so Saeb Erekat, Berater von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas. “Trotz unseres Konflikts sind wir aber ebenbürtig. Solche Aussagen helfen sicher nicht, das Leben der Menschen in der Region zu schützen.”

Der israelische Politikwissenschaftler Abraham Diskin hofft auf ein Missverständnis. “Ich möchte nicht davon ausgehen, dass ein Präsidentschaftskandidat der USA ein wirklicher Rassist ist”, so Diskin.

Romney hatte Jerusalem außerdem als Hauptstadt Israels bezeichnet, was vor allem unter Palästinensern für Irritationen sorgte. Israel hatte den Ostteil der Stadt 1967 annektiert, was international aber nicht anerkannt wird. Die Palästinenser wiederum beanspruchen den Ostteil Jerusalems als Hauptstadt eines zukünftigen eigenen Staates.

In Polen traf Romney auch Ministerpräsident Donald Tusk. Vor seiner Rückreise in die USA ist am Dienstag ein Gespräch mit Staatspräsident Bronsilaw Komorowski geplant.