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Französischer Bürgermeister nimmt umstrittenes Fastenverbot zurück

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Französischer Bürgermeister nimmt umstrittenes Fastenverbot zurück

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Weil sie ihr Ramadanfasten nicht brechen wollten, wurden vier Betreuer in einem Ferienlager in Gennevilliers bei Paris am 20. Juli vom Dienst suspendiert – aber weiter bezahlt. Das Verbot seitens der Gemeinde schlug hohe Wellen, der Verband der französischen Muslime brandmarkte es als klare Diskriminierung. Wegen der öffentlichen Polemik rudert der Bürgermeister jetzt zurück: Die Klausel in den Arbeitsverträgen, die die Betreuer tagsüber zum Essen und Trinken verpflichtet, und auf deren Grundlage die Mitarbeiter nach einer Kontrolle suspendiert wurden, wird gestrichen.

Bürgermeister Jacques Bourgoin betont, es gehe überhaupt nicht um Diskriminierung. Anstoß zu dieser Klausel habe ein Unfall mit einer fastenden Busfahrerin des Lagers vor zwei Jahren gegeben. Die Stadt habe als Veranstalter ihre Verantwortung auszuüben.

Bei dem Unfall wegen eines Schwächeanfalls der fastenden Fahrerin waren damals zwei Kinder aus dem Lager verletzt worden.

Die vier suspendierten Mitarbeiter, deren Verträge regulär Ende Juli ausliefen, erwägen eine Klage gegen das Arbeitsverbot.