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Schuldenkrise macht keine Ferien

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Schuldenkrise macht keine Ferien

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Monatelang, im Grunde seit dem Ausbruch der Schuldenkrise hat man sich in Brüssel darum bemüht, sie irgendwie in den Griff zu bekommen. Doch nun ist es um die Europäische Kommission still geworden – die Ferienzeit ist da. Auch beim Sitz des Europäischen Rates herrscht vorübergehender Stillstand. Doch in Ländern wie Spanien wird die Lage immer kritischer – mehrere Regionen widersetzten sich den Sparplänen der Zentralregierung in Madrid. Die Finanzen der Regionalregierungen sind neben den maroden Banken eines der größten Probleme in der Schuldenkrise. Für das Land, das möglicherweise bald an den Tropf kommen könnte, entscheidet sich an diesem Donnerstag viel: Kauft die EZB spanische Staatsanleihen, darf die Regierung in Madrid Atem holen. Tut die EZB das aber nicht, ist ein Krisen-Gipfeltreffen in Brüssel damit so gut wie programmiert. Eine Bankenkrise hat Italien zwar nicht, doch die Unterstützung für die Regierung Mario Montis schwankt und könnte schwinden. Monti will die Schuldenlast verringern, doch die Zinsen, die das Land zahlen muss, sind hoch.

Sie könnten noch höher werden, sollte es im Spätherbst Neuwahlen geben. Am schlimmsten aber ist nach wie vor die Lage in Griechenland, wo erneut – zum wievielten Mal schon? – das Geld knapp wird, während die Regierung um ein Sparpaket streitet und die Geldgeber der Troika darauf warten, dass man sich zu einer Einigung durchringt. Darüber dass Schulden keine Ferien machen sprachen wir mit Stefano Micossi in Rom – in unserer Rubrik Close Up.