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Italien: Demo gegen Schließung des Stahlriesen ILVA

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Italien: Demo gegen Schließung des Stahlriesen ILVA

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“Hände weg von unserer Fabrik”: Unter diesem Motto demonstrierten in Süditalien tausende Menschen gegen die mögliche Schließung des Stahlriesen ILVA.

Die Justiz hatte in der vergangenen Woche Teile der Produktion geschlossen, denn das Werk sei mit seinem massiven Dioxin-Ausstoß schädlich für Mensch und Umwelt.

Die Beschäftigten fürchten um ihre Jobs: “Sie müssen nur eins verstehen: Man kann nicht Gesundheit gegen das Recht auf Arbeit eintauschen. Beides muss möglich sein. Das ist es, was wir fordern: Arbeit und Gesundheit.” Ein anderer Mann klagte: “Wir haben sogar Arbeiter aus Kalabrien. Wenn die Fabrik in Taranto schließt, wenn Taranto stirbt, dann stirbt auch das südliche Apulien.”

Die Gewerkschaften sind gegen die Schließung und sagen, eine andere Lösung müsse gefunden werden, etwa über eine Sanierung des verseuchten Geländes.
Susanna Camusso von Italiens größter Gewerkschaft sagte: “Es ist ein schwieriges Thema und die Arbeiter sind verzweifelt. Es gibt immer wieder Meinungsverschiedenheiten, aber man sollte sich nicht einschüchtern lassen und das Problem trotzdem angehen.”

Anhänger einer linksradikalen Gruppe griffen mit Tränengas und Eiern die Chefs der Gewerkschaften an. Sie stünden der Leitung des Werks zu nahe.
Die Polizei musste eingreifen. Verletzt wurde niemand.

Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass der Dioxin- und Feinstaubausstoß des Stahlwerks ILVA für hunderte Tumorerkrankungen in der Region verantwortlich ist.