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Russland öffnet Drehkreuz für NATO

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Russland öffnet Drehkreuz für NATO

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Den Anwohnern ist es ein Dorn im Auge, und auch von den russischen Kommunisten hagelt es Kritik: Erstmals hat Russland der NATO einen Umschlagplatz für Transporte von und nach Afghanistan zur Verfügung gestellt. Bislang erlaubte Russland dem westlichen Militärbündnis nur Eisenbahntransporte und Überflüge, seit diesem Mittwoch kann die NATO nun auch über das Logistikzentrum in Uljanowsk “nicht-todbringende” Waren transportieren. Russische Firmen erhoffen sich von dem Umschlagplatz Millioneneinnahmen durch Logistikhilfen.
 
 
Präsident Wladimir Putin betonte, dass es sich nicht um einen NATO-Stützpunkt handele, und verteidigte die Entscheidung damit, dass es auch an den südlichen Grenzen Russlands Unruhe gebe, wenn in Afghanistan nicht für Ordnung gesorgt werde. Die afghanische Führung sei dazu allein noch nicht in der Lage. “Die NATO erfüllt diese Aufgabe, und man sollte sie unterstützen, da wir selbst dort nicht kämpfen werden. Mögen sie da Krieg führen und dann heulen”, erklärte er beim Besuch der Fallschirmjäger in Uljanowsk.
 
Russland hat sich nach der erfolglosen Intervention der Sowjetunion in Afghanistan in den achtziger Jahren nicht an der NATO-Operation beteiligt, diese aber durch Transit-Genehmigungen unterstützt. Putin kritisierte jetzt, dass die NATO-Staaten nur an den Abzug dächten, und forderte einen längeren Einsatz - man solle die Sache zu Ende führen.