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Steine im Weg zwischen Russland und Großbritannien

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Steine im Weg zwischen Russland und Großbritannien

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Vor neun Jahren war Russlands Präsident Wladimir Putin schon einmal in London zu Besuch. Der Premier hieß damals noch Tony Blair.
Inzwischen hat Wladimir Putin zweimal “Bäumchen wechsle dich” mit seinem Gefolgsmann Dimitri Medwedew gespielt – und kann so wieder als Staatsoberhaupt in London erscheinen.
Allerdings liegen da inzwischen einige Steine im Weg. Da war die unappetitliche Geschichte mit dem vergifteten Alexander Litwinenko. Der abtrünnige Geheimdienstmann trank in London mit zwei Russen Tee – und starb an einer Poloniumvergiftung. 2006 war das, unter Putins voriger Präsidentschaft. In Moskau betritt man natürlich jede Beteiligung und die Sache geriet fast in Vergessenheit. Verdächtigt wurde ein zu jener Zeit in London tätiger KGB-Mann. Dieser Andrei Lugovoi genießt heute als Duma-Abgeordneter Immunität. Es gab auch Gerüchte über einen geplanten Mordanschlag auf den Putin-Kritiker Boris Beresowski. Der Milliardär hat London zu seinem Exil erwählt. Die Verstimmungen gibt es auch andersherum. Da war z.B. der “Spionage-Stein” des Anstoßes in einem Moskauer Park – nach russischen Angaben soll es sich um einen “toten Briefkasten” britischer Spione gehandelt haben. Für Putin sind solche Geschichten willkommene Argumente, um alle Nichtregierungsorganisationen mit ausländischer Beteiligung als “ausländische Agenten zu verunglimpfen.
Zutiefst uneinig sind sich Großbritannien und Russland auch in Sachen Syrien. Russland verhindert zusammen mit China im UN-Sicherheitsrat jedes Druckmittel durch sein Veto.
Moskau hat dort seine ganz eigenen strategischen Interessen. Seit 2008 betreibt die russische Seekriegsflotte einen Stützpunkt in der syrischen Marinebasis Tartus und ist dadurch im Mittelmeer präsent. Dieser Vorteil stände auf dem Spiel, wenn Machthaber Baschar al-Assad gestürzt würde.
In London hörte man vor der russischen Botschaft während des Putin-Besuches rund ein Dutzend junge Leute mit slawischem Akzent “Down with Putin, down with dictatorship” rufen
Wladimir Putin stellt gern seine sportliche Fitness zur Schau. Das kennt man schon länger. Für seine eigenen olympischen Winterspiele in zwei Jahren im Schwarzmeer-Kurort Sotschi, für die breite Schneisen in Naturschutzgebiete des Kaukasus geschlagen werden, hat er extra Eishockey spielen gelernt.