Eilmeldung

Eilmeldung

"Die verhöhnen doch das syrische Volk"

Sie lesen gerade:

"Die verhöhnen doch das syrische Volk"

Schriftgrösse Aa Aa

Skeptisch und enttäuscht haben syrische Flüchtlinge im türkischen Grenzgebiet auf die Syrien-Resolution der UN-Vollversammlung reagiert. Nach der Aufgabe des Sondergesandten Kofi Annan hatten 133 der 193 Mitgliedsländer ein Ende der Gewalt gefordert – in deutlich abgeschwächter Form.

Muhammed Hanish, Flüchtlingslager Kilis:

“Selbst wenn die 133 Staaten das faschistische Regime verurteilt hätten, wäre die gemeinsame Resolution in dem Moment gekommen, als wir von Panzern und Flugzeugen bombardiert wurden. Die verhöhnen doch das syrische Volk. Diese Resolution bringt nichts.”

Obeid Moussa, Flüchtlingslager Kilis:

“Gott sei Dank haben wir uns vom ersten Tag an auf Gott und uns selber verlassen. So Gott will, wird die Freie Syrische Armee bald siegen. Gott sei Dank ist Aleppo zu 50% in unserer Hand. Wir brauchen die UNO nicht. Wir werden gewinnen, so Gott will.”

Die UN-Resolution fordert keinen Rücktritt von Präsident Baschar al-Assad. Moskau und Peking hatten im letzten Moment Kritik an ihrer Veto-Politik im Weltsicherheitsrat aus dem Text streichen lassen.

Allerdings wird das Assad-Regime aufgefordert, seine Armee und die schweren Waffen umgehend
in die Kasernen zurückzuziehen. Chemische und biologische Waffen sollen unter Verschluss.

Ein syrischer Flüchtling im Flüchtlingslager Yayladagi (Hatay):

“Das sind alles leere Worte, wir brauchen Waffen, wir brauchen schwere Waffen, um gegen Assad zu kämpfen, uns fehlen Waffen.”

Unter verstärkter Militärbewachung leben inzwischen 44000 syrische Flüchtlinge in acht Lagern entlang der türkisch-syrischen Grenze, die Hälfte unter 18. In Syrien seien 1,5 Millionen Menschen auf der Flucht, so die UNO-Flüchtlingsorganiastion UNHCR.

mit AP, Reuters, AFP, dpa