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Ein Jahr nach britischen Unruhen: Durchboxen statt randalieren

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Ein Jahr nach britischen Unruhen: Durchboxen statt randalieren

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London, 6. August vor einem Jahr. Mark Duggan, 29, liegt auf dem Asphalt der Ferry Lane im ärmlichen Stadtteil Tottenham – tödlich getroffen von einer Polizeikugel. In den folgenden Tagen bricht hier und in ein paar Dutzend anderen Städten ein Aufstand los – fünf Menschen sterben, der Sachschaden geht in die hunderte Millionen Euro.

“Skills” will verhindern, dass es bei einem ähnlichen Anlass wieder losgeht. Eine Stiftung des Fußballclubs Tottenham Hotspurs und die London Boxing Academy holen die Jugendlichen von der Straße – neun von zehn Randalierer vor einem Jahr waren unter 25 Jahre alt.

Eine Trainerin:

“Keiner kann genau sagen, was man tun sollte. Ideen gibt es eine Menge. Dies hier ist ein Schritt vorn, eine große Sache, die wir da gemacht haben. Und eine Menge Leute aus der Gegend kommen rein, viele junge Leute, verbringen ihren Sommer hier, ihre Pausen, ihre Feiertage. Das tut ihnen gut, es ist eine Art von Ventil.”

Chris Hall, London Boxing Academy:

“In Tottenham ist in den letzten Jahren bei jungen Menschen, insbesondere bei junge Männern, ein Klima der Hoffnungslosigkeit entstanden, ein Mangel an Anerkennung, diese Gesellschaft bot vielen keine Zukunft. Projekte wie “Skills” kann gegen so ein Klima tatsächlich etwas ausrichten.”

Mehr als 100 Kids machen jede Woche begeistert mit – was genau die anderen 15 000 im vergangenen Jahr in Bewegung setzte, hat bisher niemand überzeugend rekonstruieren können.

Fast 2000 von ihnen sind bisher als Einbrecher, Diebe oder Gewalttäter verurteilt. Der Polizist, der auf Duggan schoss, ist bis heute nicht angeklagt.

mit AFP