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Proteste in Moskau: "Freiheit für Pussy Riot!"

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Proteste in Moskau: "Freiheit für Pussy Riot!"

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Die Unterstützung für die russische Punkband Pussy Riot wächst im In- und Ausland. Vor dem Gerichtsgebäude kam es am fünften Prozesstag erneut zu Protesten. Die Polizei nahm mehrere maskierte Aktivisten fest, die “Freiheit für Pussy Riot” forderten.

Zuletzt hatten sich auch Patriarch Kirill und Präsident Wladimir Putin gegen zu harte Strafen ausgesprochen. Wenn die Mädchen in Israel oder im Kaukasus aufgetreten wären und dort die religiösen Gefühle verletzt hätten, dann würden sie da nicht so leicht wieder rauskommen, meinte Putin in London. Trotzdem sollten sie nicht zu hart bestraft werden. Er hoffe, sie zögen ihre Lehren aus der Geschichte. Allerdings sei es am Gericht, das Urteil zu fällen.

Ob der Präsident mit seinen Worten für einen Wendepunkt im Prozess sorgt, wird vielfach bezweifelt. Auch die Verteidigung der drei Frauen rechnet weiter mit einem strengen Urteil. Den Mitgliedern der Punkband drohen sieben Jahre Straflager. Die Frauen hatten in der Moskauer Erlöserkathedrale ein Punkgebet gegen Putin abgehalten. Dass dieser sich nun für die drei Frauen einsetzt, ist für Oppositionsführer Alexej Nawalny reine Augenwischerei.

“Was kann Wladimir Putin schon anderes sagen, wenn Pussy Riot bei westlichen Künstlern großen Rückhalt haben,” konterte Nawalny. “Deswegen hat er etwas gesagt, was die Öffentlichkeit in London nicht zu sehr aufregt, damit er nicht mit Tomaten beworfen wird.”

Das Gericht lehnte es bisher ab, die meisten von der Verteidigung benannten Zeugen anzuhören. Nawalny selbst erschien zwar vor Gericht, durfte jedoch nicht aussagen. Das Urteil gegen Pussy Riot wird kommende Woche erwartet.