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Belgien: Dutroux-Komplizin soll vorzeitig auf freien Fuß

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Belgien: Dutroux-Komplizin soll vorzeitig auf freien Fuß

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In Belgien hat eine heftige öffentliche Debatte über vorzeitig entlassene Straftäter begonnen. Der Anlass: Nach 16 von ursprünglich 30 Jahren Haft kommt die Komplizin und Ex-Frau des belgischen Kindermörders Marc Dutroux auf freien Fuß.

Michele Martin darf künftig in einem Kloster des Ordens der Klarissen in Malonne unweit der Stadt Namur leben, entschied ein Gericht in Mons.

Dutroux hatte in den 1990er Jahren sechs Mädchen entführt und zwei von ihnen ermordet. Zwei verhungerten im Kellerverließ des gemeinsamen Wohnhauses, als er schon festgenommen war.

Sophie Vigneron, Malonne:

“Ich mach’ mir Sorgen wegen meiner Kinder, die sind acht Monate und drei Jahre alt. Wenn ich sehe, dass sie freikommt, habe ich einfach Angst, sie wird es wieder tun, wenn sie wieder draußen ist. Sie hat doch nicht einmal ihre volle Strafe abgesessen. Find’ ich nicht normal, sie jetzt auf freien Fuß zu setzen.”

In ihrer Gemeinde Malonne liegt das Kloster, das die vorzeitig Entlassene aufnimmt.

Micheline Chevrier, Malonne:

“Híer ist ja niemand mehr sicher, vor nichts. Sie hätte doch die zwei kleinen Mädchen freilassen können, als ihr Ehemann hinter Gittern war. Hat sie nicht gemacht. Und das war schon der zweite Mal, dass sie sowas gemacht hat.”

Dutroux’ und Martins Verbrechen hatten zu landesweiter Empörung geführt, da beide wegen ähnlicher Taten vorbestraft waren. Im Herbst 1996 gingen rund 300 000 Belgier für eine rückhaltlose Aufklärung der Geschehnisse in Dutroux’ Kellerverlies auf die Straße.

mit AP, dpa