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"Dieser Seitenwechsel ist ein Wendepunkt in der syrischen Revolution"

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"Dieser Seitenwechsel ist ein Wendepunkt in der syrischen Revolution"

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Zum Absprung hat sich Riad Hidschab schon vor mehr als zwei Monaten entschlossen – noch vor seinem Karrieresprung zum syrischen Ministerpräsidenten. Das sagte jetzt sein Sprecher, der mit ihm in einer größeren Gruppe in der Nacht zum Montag im Nordosten Syriens über die grüne Grenze ins Nachbarland Jordanien gelaufen war.

Der 46-jährige ehemalige Landwirtschaftsminister, prompt ersetzt durch seinen Stellvertreter, galt als treuer Diener des Regimes, als eher farbloser Apparatschik, als Karrierist. Und er ist – sunnitischer Moslem. Wie Abdelbaset Sieda, Präsident des Syrischen Nationalrates.

“Wir begrüßen diesen Seitenwechsel, wie alle zuvor und alle, die noch kommen werden,” so Sieda. “Dieser Seitenwechsel ist ein Wendepunkt in der syrischen Revolution. Er ist ein Beleg für das Durcheinander und die Erosion im syrischen Regime. Ich nehme die Gelegenheit wahr und rufe alle Angestellten, Beamten und Regierungsmitglieder auf, jetzt klar Stellung zu beziehen. Zaudern gilt nicht mehr in dieser Phase der Revolution des syrischen Volkes.”

Während mehrere hunderttausend weniger prominente Flüchtlinge in Nachbarländern wie Türkei, Jordanien oder dem Libanon ausharren, will der abtrünnige Politiker Hidschab nach Katar – hier ist der sunnitische Islam Staatsreligion.

Omar Galawandschi, der neue syrische Ministerpräsident, ist Alawit – wie Präsident Baschar al-Assad.

mit Reuters, AFP, dpa