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Monti kritisiert Deutschland - und Experten sind konsterniert...

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Monti kritisiert Deutschland - und Experten sind konsterniert...

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Scharfe Worte zur Eurokrise kommen ausgerechnet aus Italien: Der italienische Regierungschef Mario Monti hat in einem Gespräch mit dem deutschen Spiegel Deutschland beschuldigt, als “Bremser” zu wirken. Berlin müsse bei der Bekämpfung der Krise flexibler werden, so Monti, und: für die hohen Zinsen für italienische Staatsanleihen sei vor allem Europas Politik verantwortlich. Besonders heftige Reaktionen erntete er für die Feststellung, dass Europa auseinanderbrechen könnte, wenn sich die Regierungen durch die Entscheidungen ihrer Parlamente zu sehr binden ließen.

Das sehen viele Experten freilich anders, so auch der deutsche Analyst Robert Halver. “Monti muss aufpassen”, meint er kühl. “Man kann nicht die Parlamente übergehen und die Eurozone in ein bürokratisches Monster verwandeln, das keine demokratische Legitimität hat. Das Problem der Eurozone ist nicht, dass die Parlamente zu viel zu sagen haben, sondern dass Staaten wie Italien ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Wer schlampt sollte besser den Mund halten.”

In Spanien, das mit ähnlichen Problemen kämpft wie Italien, will man abwarten, wie sich die Sparpakete auswirken. Finanzminister Luis de Guindos sagte, vorerst seien keine weiteren Einsparungen geplant. Über ein mögliches Ansuchen um EU-Hilfe gebe es noch keine Entscheidung, aber auch hier habe man keine Eile. Laut de Guindos kann sich Spanien derzeit am Markt relativ gut frisches Geld beschaffen.