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Humanitäre Lage im Kongo immer verzweifelter

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Humanitäre Lage im Kongo immer verzweifelter

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Der Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo wächst sich zur Katastrophe aus. Wegen der Kämpfe zwischen Milizen und Regierungstruppen sind mehrere hunderttausend Menschen auf der Flucht. Das leistet der Ausbreitung der Cholera Vorschub. Mehr als 20.000 Fälle sind in diesem Jahr landesweit gemeldet worden.

Seit gut vier Monaten kämpfen Rebellen der Bewegung M23 gegen die Armee. Im Osten herrsche zunehmend Anarchie, klagen Hilfsorganisationen – und in den Lagern mangelnde Hygiene: “Hier fehlt es an Wasser, es gibt keine Toiletten, der Müll wird nicht entsorgt, und das Lager ist völlig übervölkert”, klagt ein Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in Goma, wo ebenfalls gerade die Cholera ausbrach.

Die Zivilbevölkerung ist weniger auf der Flucht vor den sporadischen Kämpfen, als vielmehr vor Plünderungen, Morden, Vergewaltigungen und Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten. Tausende Kinder haben sich deshalb Agenturberichten zufolge ganz allein auf den Weg gemacht. Die Staatschefs der Region suchen derzeit in Uganda eine Lösung, sie klären an diesem Dienstag die Details für die Entsendung neutraler Friedenstruppen, die die Rebellen ausschalten sollen. Das Verhältnis zwischen der kongolesischen Führung und dem Nachbarstaat Ruanda ist angespannt, da Ruanda im Verdacht steht, die Milizen zu unterstützen.