Eilmeldung

Eilmeldung

Sommer, Sonne... Krise - auch für Merkel und Co.

Sie lesen gerade:

Sommer, Sonne... Krise - auch für Merkel und Co.

Schriftgrösse Aa Aa

Kein Ende der Eurokrise in Sicht trotz Sommer, Sonne und Ferien allenthalben. Tatsächlich finden im Sommer aber kaum Gipfeltreffen statt, doch viele Staats- und Regierungschefs haben auch ihren Ministern den Urlaub zumindest zusammengestrichen. Und gehen die Verantwortlichen in den krisengeschüttelten Staaten mit gutem Beispiel voran?

Hier eine Sicht der Ferien der Politiker im Krisensommer 2012….

SPANIEN

Der spanische Regierungschef Mariano Rajoy macht wie alle Jahre wieder Urlaub in Galizien, wo er geboren ist und seine politische Karriere begonnen hat – nicht ganz unumstritten mit dem ehemaligen Franco-Minister und galizischem Urgestein Manuel Fraga als politischem Ziehvater. Mit seiner Frau Elvira Fernández Balboa und den beiden Söhnen verbringt der 56jährige Rajoy den Sommer an Spaniens Nordwestküste. Doch laut El Confidencial Digital steht ein Militärflugzeug permanent bereit für den Fall, dass Rajoy plötzlich nach Madrid fliegen muss. Dem Regierungschef wird ohnehin Führungsschwäche in der Krise vorgeworfen, die mit immer höheren Arbeitslosenzahlen und immer drastischeren Sparmassnahmen viele Spanier gegen Rajoy aufgebracht hat.

DEUTSCHLAND

Angela Merkel weilt im Sommer in Sulden in Südtirol und überlässt den Streit um die Eurokrise ein paar Tage lang den Koalitionspartnern. Für Schlagzeilen hat die Kanzlerin schon im Juli in Bayreuth gesucht, als sie zur Eröffnung ein blaugrünes dekolletiertes Kleid trug, das sie schon vor vier Jahren anhatte. Viel diskutiert wurde in der Presse dann aber, ob Nylonsöckchen unter dem attraktiven Abendkleid tatsächlich zum austerity chic gehören…

FRANKREICH

François Hollande hat es sich zur Devise gemacht, auch als Präsident ein ganz normaler Mensch bleiben zu wollen. So normal, dass die französische Öffentlichkeit sogar den Zoff zwischen seiner aktuellen und der ehemaligen Lebensgefährtin mitkriegen konnte. Für Hollande ist der Sommer 2012 auch der des Twitter-Kriegs , den er in den Ferien möglichst vergessen will. Doch während Hollande mit Valérie Trierweiler in der offiziellen Ferienresidenz für französische Präsidenten im Fort de Bregançon bei Bormes-les-Mimosa an der sonnenverwöhnten Côte d’Azur weilt, verdüstern sich die Umfrageergebnisse. 54% der Franzosen sind laut einer Ifop-Umfrage inzwischen mit der Politik ihres Präsidenten unzufrieden. Dabei macht Hollande ganz brav Ferien im eigenen Land wie die Mehrheit der Franzosen.

GROSSBRITANNIEN

Trotz der Olympischen Spiele in London und sicher genug Trubel im eigenen Land will der britische Premierminister David Cameron auf Ferien im europäischen Ausland nicht verzichten. Das Thema hat für Kritik gesorgt. Denn der konservative Regierungschef hatte die Briten zu Ferien in heimischen Gefilden aufgerufen, so bleibt das genaue Ferienziel von Cameron, Frau Samantha und der drei Kinder bisher auch geheim. Auf jeden Fall sollte die Familie Cameron aufpassen, dass sie ihre Tochter nicht erneut in einem Pub vergessen

ITALIEN

Ganze sechs Tage Ferien gönnt sich Italiens Regierungschef Mario Monti in diesem Sommer. Und diese verbringt er wie oft im Haus seiner Gattin in Solcio di Lesa am Lago Maggiore – alles ganz diskret. So diskret, dass es Mario Monti sogar gelungen sein soll, die sonntägliche Messe zu besuchen, ohne dass ihn in der Kirche jemand erkannt habe. Offenbar war Monti erst in letzter Minute durch die Kirchentür geschlüpft – vielleicht wollte der Wirtschaftsprofessor einfach nicht zu seinen Euro-Hiobsbotschaften befragt werden…

PORTUGAL

Der portugiesische Regierungschef Pedro Passos Coelho verbringt zwei Wochen an der Algarve – ob auch seine beiden Töchter aus erster Ehe (mit einer Pop-Sängerin) neben der kleineren Julia mit von der Partie sind? Der Manager Pedro Passos Coelho wird wohl kaum Ferienfotos veröffentlichen, denn auch er hat seinen Landsleuten schon viel abverlangt in der Eurokrise.

GRIECHENLAND

Im Land mit den schlimmsten Problemen und täglich neuen Sorgen für die Bewohner hat der Regierungschef Antonis Samaras die Ferien für sich und seine Minister in diesem Sommer abgeschafft. Der griechische Regierungssprecher Simon Kedikoglou erklärte Ende Juli im griechischen Fernsehen, es gebe keinen Urlaub für die griechische Regierung, Samaras wolle, dass sich die Minister von morgens bis abends in ihren Büros in Athen aufhalten. Ob das bei der Hitzewelle alle eingehalten haben?