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Standard Chartered droht ein tiefer Fall

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Standard Chartered droht ein tiefer Fall

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Die Affäre um vermutete Iran-Geschäfte könnte der britischen Großbank Standard Chartered gewaltige Probleme bereiten. Kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe verlor die Bank an der Börse rund 10 Milliarden Euro an Wert. Sollte Standard Chartered tatsächlich seine US-Banklizenz verlieren, droht das Ende der Erfolgsgeschichte der Briten, die jahrelang Rekordgewinne einfuhren. Dazu kommt eine mögliche Geldstrafe in Höhe von umgerechnet rund 550 Millionen Euro. “Die Märkte sind der Ansicht, dass eine Geldstrafe sehr wahrscheinlich ist”, erläutert Experte James Bevan von CCLA Investment Management. “Aber wir können keine wirkliche Klärung erwarten, bevor Standard Chartered am 15. August mit den Behörden zusammenkommt.”

Die New Yorker Finanzaufsicht wirft Standard Chartered vor, jahrelang verdeckt Transaktionen mit dem Iran getätigt zu haben, was die Bank energisch zurückweist. Sie betonte, dass 99.9 Prozent der Geschäfte mit dem Iran innerhalb der gesetzlichen Regeln abgelaufen seien. Allerdings ist auch die Vorgangsweise der Finanzaufsicht nicht unumstritten: Ihr Alleingang stößt laut Medienberichten bei der Federal Reserve und dem Justizministerium auf Kritik. Denn diese, so heißt es, seien noch nicht sicher, in welchem Maße die Großbank gegen die Iran-Sanktionen verstoßen habe.

Standard Chartered war bislang als einzige der fünf britischen Großbanken von Skandalen verschont geblieben. Vor wenigen Wochen geriet HSBC wegen vermuteter Geldwäsche ins Visier der US-Behörden, Barclays wiederum kämpft mit dem Vorwurf der Libor-Zinsmanipulation und musste mehr als 350 Millionen Euro Strafe zahlen. Zuvor hatten bereits Lloyds und die Royal Bank of Scotland Millionenstrafen an die US-Regierung gezahlt.