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Kein Tageslicht: Sektenmitglieder wegen Kindesmisshandlung festgenommen

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Kein Tageslicht: Sektenmitglieder wegen Kindesmisshandlung festgenommen

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Ein Jahrzehnt lang haben sie kein Tageslicht gesehen: In der ostrussischen Teilrepublik Tatarstan hat die Polizei eine Sekte sprichwörtlich ausgehoben – die Mitglieder lebten samt ihren Kindern seit über zehn Jahren in einem achtstöckigen selbstgegrabenen Kellersystem unter dem Haus ihres Gurus – ohne Licht, Strom oder Heizung.

Es sei ein Labyrinth mit kleinen Zellen von zwei mal drei Metern. Über 60 Erwachsene und etwa 15 Kinder hätten darin gelebt, erläutert einer der Ermittler.

Vier Sektenmitglieder, darunter der Anführer, wurden festgenommen, ihnen wird unter anderem Kindesmisshandlung vorgeworfen.

Denn die gut zwanzig Kinder im Alter zwischen einem und 17 Jahren durften ebenfalls nicht aus dem Haus, einige von ihnen haben noch nie in ihrem Leben Tageslicht erblickt. Einige wurden in dem dunklen Verließ geboren. Sie wurden weder zur Schule geschickt, noch zum Arzt. Unterrichtet wurden sie vom heute über 80-jährigen Guru.

Die Kinder wurden nun ins Krankenhaus gebracht und sollen dann bis auf weiteres im Waisenhaus bleiben.

Die Nachbarn sind entsetzt: “So kann man doch nicht leben! Die Kinder gehen nicht zur Schule, bekommen keine Ausbildung, es gibt keine medizinische Versorgung. Was soll denn dann mal aus ihnen werden?”

Der Guru erlaubte nur einigen Mitgliedern, gelegentlich auf den Markt zu gehen. Die Polizei hatte die Weltuntergangssekte, die wegen Schulden abgetaucht sein soll, in der vergangenen Woche bei einer Razzia in einem Mordfall auf dem Gelände entdeckt.