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Der Dorney Lake entwickelt sich für die deutschen Kanuten zum goldenen Gewässer. Zwei Goldmedaillen kamen am Donnerstag hinzu: Peter Kretschmer aus Schwerin und der Berliner Kurt Kuschela siegten im Zweier-Kanadier dank eines überragenden Endspurts. Aserbaidschan bestimmte lange das Rennen, auch die Russen lagen zunächst vor dem deutschen Gespann. Doch dann packten Kretschmer/Kuschela die Brechstange aus und spurteten die Konkurrenz in Grund und Boden. Das

Da wollte sich natürlich auch das Boot im Finale der weiblichen Zweier-Kajak-Konkurrenz nicht lumpen lassen. Franziska Weber aus Potsdam und ihre Leipziger Kollegin Tina Dietze fuhren einen Start-Ziel-Sieg ein. Bereits auf den ersten Metern setzte sich das deutsche Duo mit kraftvollen Schlägen ab und kontrollierte die Gegnerschaft. Die schärfsten Widersacher kamen aus Ungarn, vermochten Weber/Dietze aber ebenso wenig zu überflügeln wie das polnische Boot, das Bronze gewann. österreichische Boot mit Yvonne Schuring und Viktoria Schwarz erreichte den fünften Platz.

Am späten Donnerstagabend bescherten die Beach-Volleyballer Julius Brink und Jonas Reckermann der deutschen Olympiamannschaft die zehnte Goldmedaille. Im Finale schlug das Duo die Brasilianer Alison Cerutti/Emanuel Rego vor 15 000 Zuschauern mit 2:1 (23:21, 16:21, 16:14). Damit gewannen die Deutschen als erstes europäisches Duo olympisches Gold im Beach-Volleyball. Umso süßer schmeckte Brink/Reckermann, die seit vier Jahren gemeinsame Sache machen, der Triumph, da die beiden Brasilianer zu ihren Angstgegner gehören. Überflüssig zu erwähnen, dass der Olympiasieg der größte Erfolg ihrer Karrieren ist. 2009 gewannen sie die Weltmeisterschaft, 2011 und 2012 folgten jeweils EM-Titel.

Im Speerwurf gab es zwei weitere Medaillen für Deutschland: Christina Obergföll sicherte sich Silber, Bronze ging an Linda Stahl. Beide wurden nur von der Tschechin Barbora Spotakova übertroffen, die ihren Olympiasieg von Peking wiederholte. Die Offenburgerin Obergföll schaffte eine Weite von 65,16 Metern, ihre Landsmännin Stahl aus Leverkusen warf den Speer auf 64,91 Meter. Damit blieben beide Deutsche einige Meter hinter Spotakova zurück. Ihre Goldweite: 69,55 Meter.

Teil zwei der großen Usain-Bolt-Show. Der Jamaikaner sicherte sich nach Gold über 100 Meter am Donnerstagabend auch den Olympiasieg über die doppelte Distanz. Damit hat Bolt beide Titel von Peking 2008 erfolgreich verteidigt. Über die 200 Meter blieb seinem Landsmann Yohan Blake wieder nur die Silbermedaille. Der dritte Rang von Warren Weir machte den jamaikanischen Dreifach-Triumph perfekt. Ist da die Goldmedaille in der 4×100 Meter-Staffel bereits schon vergeben? Wer soll die bärenstarken Jamaikaner schlagen?

Feldhockey steht in Deutschland stets im Schatten anderer Mannschaftssportarten. Dabei hätten die Krummstockartisten weit mehr Aufmerksamkeit verdient (und zwar nicht nur alle vier Jahre zu den olympischen Spielen), als ihnen gemeinhin zugestanden wird. Die Damen sind Weltklasse (auch wenn sie in London früher als erwartet ausschieden und Siebte wurden), und die Herren stehen wieder im Olympiafinale. 2008 holten das Team Gold – nun hat die Mannschaft von Bundestrainer Markus Weise die Möglichkeit, ihren Triumph zu wiederholen. In der Vorschlussrunde kämpften die deutschen Herren die favorisierten Australier nieder und machten dabei zugleich Werbung für ihren Sport: Schnell, athletisch, taktisch anspruchsvoll, innovativ und dramatisch – so stellte sich das Geschehen im Halbfinale dar, und so ist Hockey. Während die Fußballoberen seit Jahr und Tag über den Videobeweis und ähnliche technische Mittel diskutieren, sind sie im Hockey längst erfolgreich umgesetzt. Der Hockey scheut sich nicht vor Veränderungen und tut gut daran. Dass dies und die Attraktivität der Sportart von der breiten Öffentlichkeit nicht gewertschätzt wird und der Sport nicht die Anerkennung bekommt, die er verdient, ist bedauerlich. Denn im Halbfinale zeigten die deutschen Herren abermals ihre Klasse. Moritz Fürste, Matthias Witthaus, Timo Wess und Florian Fuchs trafen für Deutschland und bogen den 1:2-Rückstand in einen Sieg um. Das vierte Olympiagold nach 1972, 1992 und 2008 ist möglich. Im Endspiel trifft Deutschland auf die Niederlande, die Gastgeber Großbritannien in der Vorschlussrunde mit 9:2 demütigten.

Geschichte wurde unterdessen im Boxring geschrieben. Erstmals stand in diesem Jahr Frauenboxen im Programm der Sommerspiele. Und die erste Olympiasiegerin kommt aus Großbritannien. Die 29 Jahre alte Nicola Adams bezwang im Finale die Chinesin Ren Cancan und holte so Gold im Fliegengewicht.

Ebenfalls eine historische Notiz, wenn auch zumindest aus deutscher Sicht eine eher unerfreuliche: Seit 1952 gab es immer mindestens eine Medaille in der Dressur-Einzelwertung, doch in London gingen die Deutschen leer aus. Jede Serie geht eben irgendwann zu Ende… Gold holte ein Pferd namens Valegro, geritten von der Britin Charlotte Dujardin.

Eine gute Nachricht hatte Tischtennis-Spieler Timo Boll parat. Der 31-Jährige, der im Einzel eine Medaille verpasste, aber mit der Mannschaft Bronze gewann, ließ durchblicken, auch bei den kommenden Sommerspielen in 2016 noch an den Start gehen zu wollen.

Weltrekord für David Lekuta Rudisha! Der kenianische 800 Meter-Läufer sicherte sich Olympiagold in Usain Bolt-Manier und setzte eine neue Bestzeit (1:40.91) obendrauf. Rudisha bestimmte das Rennen von der Spitze weg, taktierte gar nicht erst, sondern lief der Konkurrenz einfach davon. So simpel kann es manchmal sein. Nijel Amos errang Silber, mit Timothy Kitum holte ein weiterer Kenianer Bronze.

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