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Inselstreit: Japan bestellt Südkoreas Botschafter ein

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Inselstreit: Japan bestellt Südkoreas Botschafter ein

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In einem seit Jahrzehnten dauernden Konflikt um eine Felseninselgruppe gibt es zwischen Japan und Südkorea neue diplomatische Spannungen.

Nach dem Besuch von Südkoreas Präsident Lee Myung Bak auf der umstrittenen Inselgruppe bestellte die Regierung in Tokio den Botschafter Seouls ein.

Tokio hatte den Besuch des koreanischen Präsidenten im Vorfeld schon stark kritisiert und mit Konsequenzen gedroht, sollte er tatsächlich stattfinden. Die japanische Regierung hatte an Seoul appelliert, die Reise abzublasen.

Die Inselgruppe im Japanischen Meer wird von den Koreanern Tokdo, von den Japanern Takeshima genannt. Sie wird momentan von Südkorea kontrolliert. Beide Länder machen historische Gründe für ihre Besitzansprüche geltend.

Viele Menschen auf der Straße in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul finden, die Inseln gehören zu Korea. Song Ki-ho (28) sagt:

“Das ist unser Gebiet und deshalb kann unser Präsident dort hinfahren, wann er will.” Choo Won-tahk (33) meint: “Natürlich werden die Japaner reagieren, auf diplomatischer und möglicherweise auf wirtschaftlicher Ebene, aber unser Präsident handelt richtig.”

Mit dem überraschenden wie symbolkräftigen Besuch unterstrich Südkorea nach Ansicht von Beobachtern den Anspruch des Landes auf die Inseln. Am nächsten Mittwoch feiern die Koreaner den 67. Tag der Befreiung von der japanischen Kolonialherrschaft (1910 bis 1945).