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Wer treibt die Nahrungsmittelpreise in die Höhe?

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Wer treibt die Nahrungsmittelpreise in die Höhe?

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Die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen fordert die USA auf, die massenhafte Produktion von Bioethanol aus Mais zu beenden.

Das ist die Meldung des Tages. Der Hintergrund:

Bis zu 40% der amerikanischen Maisernte landen im Tank, was bereits zu einem enormen Preisanstieg für das Nahrungsmittel Mais geführt hat. Bei anderen Feldfrüchten, die sich zu Kraftstoff verarbeiten lassen, zeigen sich ähnliche Entwicklungen. Und zwar auch in der Europäischen Union. Dabei wird gern übersehen, welchen Schaden die profitablen Monokulturen für den Tank den Böden zufügen. Bis hin zum Abholzen ganzer Regenwälder in Indonesien oder Brasilien, um mit Biosprit Gewinn zu machen. An der Getreidebörse von Chicago wurden zwischen Juni und August 2012 folgende Preissteigerungen verzeichnet: Getreide um 25,8%, Mais um 19,5 , Reis um 7,7. Dabei braucht die pro Jahr um 80 Millionen Menschen wachsenden Weltbevölkerung ständig mehr gute und effektiv produzierte Nahrungsmittel.

Es wächst ja nicht nur die Zahl der hungrigen Mäuler auf der Erde – jedes Jahr kommen soviele Menschen hinzu, wie in Deutschland leben.

Unsere Erde verändert sich auch. Das tut sie, seitdem sie sich dreht – aber verstärkt, seitdem der Mensch aktiv in die Natur eingreift. Dürre- wie Flutkatastrophen sind nicht mehr einfach Naturereignisse. Menschliches Profitstreben spielt dabei eine wichtige Rolle. Und das alles immer auf Kosten der Schwächsten! Auch der wachsende Wohlstand in Schwellenländern wie China, Indien, Brasilien treibt Nahrungsmittelpresie in die Höhe.

Wenn sich immer mehr Menschen auch Fleisch leisten können, reicht die Getreideernte nicht mehr aus. Um ein Kilo Rindfleisch zu produzieren müssen 7 Kilo Futtermittel erzeugt werden. Und die Produktvität der Landwirtschaft steigt nicht so schnell wie die Nachfrage nach deren Produkten.

Vor einem Jahr hatten die G-20-Staaten Maßnahmen gegen die Spekulation mit Nahrungsmittelpreisen auf ihrer Agenda.. Da steuerte der damalige französische Präsident Nicolas Sarkozy eine wahrhaft alarmierende Zahl bei: Das Volumen des weltweiten Finanzmarktes ist inzwischen 46mal so groß wie das Volumen des weltweiten Getreidemarktes. In London wird der britische Premier zum Ende der Olympischen Spiel zu einer Konferenz über Hunger laden.

Dazu sollten man wissen, dass auch die Spekulationen mit europäischen Staatspapieren Nahrungsmittelpreise in die Höhe treiben. Denn seit die Staatsanleihen als unsicher gelten, wird immer mehr mit Rohstoffpreisen spekuliert.