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"Humor ist eine gute Waffe gegen Diktatoren"

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"Humor ist eine gute Waffe gegen Diktatoren"

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Die Teddybären-Affäre hat die Europäische Union erreicht. In der Auseinandersetzung mit Weißrussland stellten sich die 27 Mitglieder demonstrativ hinter Schweden.

Hintergrund: Die weißrussische Regierung hatte den schwedischen Botschafter ausgewiesen. Zuvor hatten schwedische Menschenrechtsaktivisten über Weißrussland Teddybären aus einem Flugzeug abgeworfen.

Im Oktober wird die EU entscheiden, ob die Sanktionen gegen Minsk wie Reisebeschränkungen fortgesetzt werden. Ausschlaggebend werden die demokratischen Fortschritte des Landes sein. Bei den Beratungen wird die Teddybären-Affäre wohl eine Rolle spielen.

Per Cromwell ist Chef und Mitbegründer von Studio Total, der schwedischen Werbeagentur, die den Teddybärangriff auf Weißrußland organisiert hat. Cromwell erläutert, warum er den Teddybärangriff organisiert hat:

“Weißrussland ist sehr nah an Schweden. Die Lage dort wurde zunehmend schlechter in den letzten paar Jahren, Meinungsfreiheit und Menschenrechte wurden unterdrückt. Also dachten wir, es ist ein gutes Land, um uns einzumischen. Wir versuchen, den Menschen verschiedene Dinge bewusst zu machen. Das ist unser tägliches Geschäft. Es war ein kommerzielles Projekt. Wir investieren unsere Gewinne, um Aufmerksamkeit auf Dinge zu lenken, die mehr Aufmerksamkeit verdienen. Es könnte Meinungsfreiheit in Weißrußland sein, es könnte auch ungerechte Löhne zwischen Männern und Frauen in Schweden sein. Das haben wir früher einmal gemacht.

Wir denken, Humor ist eine hervorragende Möglichkeit zu protestieren. Diese Aktion wurde von einer anderen Aktion in Weißrussland inspiriert, bei denen Plüschtiere als Zeichen für Protest verwendet wurden. Wir glauben, dass man einen Diktator fürchten kann, hassen kann, aber sobald man über einen Diktator lacht, dann steckt er in großen Schwierigkeiten.

Ein Diktator kämpft gegen Teddybären? Diesen Kampf kann er nicht wirklich gewinnen. Einige Journalisten sitzen jetzt im Gefängnis, weil sie eine Kampagne zur Unterstützung von Anton Suryapin starteten. Die Europäische Union spricht darüber und entscheidet über neue Sanktionen. Das ist eine gute Sache. Wir haben nicht wirklich erwarten, dass es so weit kommt, so schnell”.