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Thomas Lurz hat die Bilanz der deutschen Schwimmer bei den olympischen Spiele gerade noch mal gerettet. Während es im Aquatics Centre kein Edelmetall gab, klappte es unter freiem Himmel. Thomas Lurz gewann über 10 Kilometer Silber und verpasste den Olympiasieg nur um 3,4 Sekunden. Vor vier Jahren hatte der Würzburger Bronze geholt. Als Rekord-Weltmeister hatte er in London (geschwommen wurde im Serpentine Lake im Hyde Park) Gold im Blick, musste aber dem Tunesier Oussama Mellouli den Vortritt lassen. Der Olympiasieger brauchte 1:49:55,1 Stunden für die Strecke durch die Serpentinenbrühe, Lurz war nur 3,4 Sekunden langsamer.

Happy-End für Betty Heidler. Die deutsche Hammerwerferin, zugleich Weltrekordlerin ihrer Disziplin, gewann doch noch Bronze, nachdem ihr bester Versuch wegen eines Vermessungsfehlers zunächst nicht anerkannt worden war. Doch dann zählten die 77,13 Meter im Anschluss an eine Nachmessung doch, Heidler hatte ihre verdiente Medaille. Olympiasiegerin wurde Tatjana Lysenko aus Russland, die Polin Anita Wlodarczyk holte Silber.

Silber und Bronze für Deutschland hielt der Stabhochsprung der Herrren nach einem spannenden Finale bereit. Björn Otto aus Dormagen wurde Zweiter, Raphael Holzdeppe aus Zweibrücken erreichte Bronze. Übersprungen wurden die beiden vom Franzosen Renaud Lavilleni, der 5,97 Meter meisterte. Das deutsche Duo erreichte jeweils 5,91 Meter als Bestweite.

Am späten Freitagabend gab es dann noch einmal gute Nachrichten aus dem deutschen Taekwondo-Lager. Die Arnsbergerin Helena Fromm setzte sich in ihrem Bronze-Gefecht gegen die Australierin Carmen Marton durch und sicherte sich damit Edelmetall.

Ehre, wem Ehre gebührt: Der Ruderer Kristof Wilke, der mit dem Achter die Goldmedaille gewann, wird bei der Schlussfeier die deutsche Fahne ins Olympiastadion tragen, teilte der Deutsche Olympische Sportbund mit.

Das wird wohl nichts mehr. Insgesamt 86 Medaillen wollte der Deutsche Olympische Sportbund in London erringen (lassen) und 28 Olympiasieger feiern. Zwar sind die Spiele noch nicht vorbei, doch man muss kein Hellseher sein, um vorauszusagen, dass diese Vorgabe nicht mehr erreicht wird. Der DOSB hatte in Zusammenarbeit mit den Sportfachverbänden diese “Prognose” erstellt, die nun veröffentlicht wurde. Doch es handelt sich dabei nicht nur um eine “spielerische Hochrechnung”, sondern es geht ums Geld. Denn diese Vereinbarung gilt als Grundlage zur Vergabe von finanziellen Fördermitteln, die vom Bundesinnenministerium ausgeschüttet werden. Nicht einmal die Hälfte der angestrebten (oder erhofften?) Medaillen wurde vom deutschen Team in London bisher erlangt. Dass sich einzelne deutsche Athleten jüngst verstärkt über – im Vergleich zur ausländischen Konkurrenz – niedrige Fördermittel und allgemein schlechtere Bedingungen zur Spitzensport-Ausübung beschwerten, passt in die Diskussion. Wo will der deutsche Sport hin? Welche Schlüsse müssen aus der deutlich verpassten Zielvorgabe gezogen werden? Was kann getan werden, um olympische Sportarten auch zwischen den all-vierjährlichen Highlights namens Sommerspiele angemessen zu fördern, zu würdigen und in der Öffentlichkeit darzustellen? Eine eindimensionale Ausrichtung auf den Fußball, der inzwischen ja schon längst den Rang einer Sportart verlassen hat und als deutsches Kulturgut geführt wird, zumindest ist einer Sportnation wie Deutschland nicht angemessen. Die Bedeutung des Fußballs wird unerreicht bleiben, aber dieses zu ändern, kann auch nicht das Ziel sein. Sondern eher die Beantwortung der Frage: Wie kann die Vielfalt gefördert und die faire Behandlung von mehr als einer Handvoll Sportarten gewährleistet werden?

Ein Duell zwischen Supersprinter Usain Bolt und 800 Meter-Weltrekordler David Rudisha? Auf den ersten Blick scheint das unmöglich. Es sei denn… Man könne sich doch in der Mitte treffen, schlug der Kenianer jetzt vor. Rudisha hatte die Konkurrenz über die zweimalige Stadionrunde geradezu deklassiert und hatte von Anfang an ein derartiges Tempo vorgelegt, dass die übrige Weltspitze nicht mal mehr die Hacken des Kenianers sah. Nun will es Rudisha also mit Bolt aufnehmen. Wenn der Jamaikaner denn auch möchte. Ob es ein ernstzunehmender sportlicher Wettkampf wäre? Wohl eher ein gern genommener Zahltag für die beiden Ausnahmeläufer…

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