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Über 100 ETA-Mitglieder im Hungerstreik

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Über 100 ETA-Mitglieder im Hungerstreik

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Vor einem Krankenhaus in der Stadt San Sebastian im spanischen Baskenland sammeln Menschen Unterschriften, damit ein schwerkranker ETA-Häftling, der dort behandelt wird, zuhause sterben darf und nicht ins Gefängnis zurückkehren muss. Iosu Uribetxeberria Bolinaga war wegen dreifachen Mordes und der Beteiligung an zwei Geiselnahmen verurteilt worden.

Über 100 inhaftierte ETA-Mitglieder traten in den Hungerstreik, um die Freilassung des Mannes zu erreichen. Unter ihnen ist auch der frühere Chef der Separatistenpartei Batasuna, Arnaldo Oteigi.

Carlos Floriano von der konservativen Regierungspartei PP sagte, die Gesetze würden eingehalten. Von einem theatralischen Hungerstreik lasse sich die Regierung nicht erpressen.

Die Opposition stimmt mit der Regierung überein.
Der Chef der oppositionellen Sozialisten Alfredo Perez Rubalcaba sagte, er sei überzeugt, dass die Regierung sich nach den Gesetzen richten werde. Es entspreche der spanische Anti-Terrorismus-Politik, dass in solchen Situationen die Gesetze zur Anwendung kämen.

Die ETA hatte im vorigen Jahr einen definitiven Gewaltverzicht erklärt, ihre Waffen aber nicht abgegeben.

Insgesamt sitzen etwa 600 Männer und Frauen in spanischen Gefängnissen ein, die sich als ETA-Angehörige definieren. Es wird damit gerechnet, dass in den kommenden Tagen noch weitere Häftlinge die Nahrungsaufnahme verweigern werden.