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Flucht und Vertreibung in der Mitte Afrikas

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Flucht und Vertreibung in der Mitte Afrikas

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Seit fünf Monaten sind im Osten der “Demokratischen Republik Kongo” die Kämpfe wieder aufgeflammt zwischen der sich “M-23” nennenden Rebellentruppe und der Regierungsarmee. Die Zentralregierung im mehrere tausend Kilometer entfernten Kinshasa ist hier machtlos. Hintergrund des blutigen Konflikts sind Rohstoffe – solche, die vor allem für Handys und Computer gebraucht werden. In dieser Region agieren mehr als ein Dutzend Rebellentruppen, die fast eine halbe Million Menschen vertrieben haben, um die Verbliebenen ungestört als Arbeitssklaven beim Abbau der gewinnbringenden Mineralien ausbeuten zu können. Valerie Amos, die für die Vereinten Nationen hier die Hilfe zu koordinieren versucht, spricht von einer “sehr schrecklichen Lage”, in der sich tausende Flüchtlinge befinden. Nach ihrer Meinung müssten die Kämpfe mit politischen Mitteln beendet werden. Es geht um das Gebiet an den großen Seen zwischen der ost-kongolesischen Provinz Nord-Kivu mit der Stadt Goma und den Nachbarstaaten Uganda und Ruanda.

Teile der “M-23”-Rebellentruppe hatte die Kongo-Regierung in ihre Armee eingegliedert, ohne damit eine wirkliche Befriedung zu erreichen. Man kann davon ausgehen, dass nicht nur regionale Rebellenkommandeure hier ein doppeltes Spiel treiben. In der vergangenen Woche trafen sich wieder einmal Vertreter der betroffenen Regierungen – um am Ende keine Lösung zu finden.

Den Einsatz einer rein afrikanischen Friedenstruppe lehnte die Kongo-Regierung ab. Die seit Jahren hier stationierten UN-Blauhelme – zwischen siebzehn- und zwanzigtausend – können nur punktuell helfen.

In der rohstoffreichen Region mischen sich auf das Schlimmste wirtschaftliche Interessen mit ethnischen Konflikten und politischem Machtstreben.