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Diplomatisches Tauziehen um Assange

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Diplomatisches Tauziehen um Assange

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Es ist ein diplomatisches Tauziehen: Ecuador gewährt dem WikiLeaks-Gründer Julian Assange Asyl, doch eine Ausreise aus Großbritannien scheint unmöglich. London will den 41-Jährigen weiterhin nach Schweden ausliefern, wo er wegen Sexualdelikten gesucht wird.

Außenminister William Hague unterstrich: “Wir haben keine Drohungen ausgesprochen. Ich denke, die Menschen haben die Mitteilung gesehen, die von unseren Diplomaten in Ecuador überreicht wurde. Darin ist nichts Bedrohliches zu finden, im Gegenteil, denn wir betonen, dass wir alles tun werden, um freundschaftlich diese Angelegenheit durch diplomatische Unterredungen zu lösen. Aber wir haben auch die gesetzliche Lage in unserem Land klar gemacht, wir können jemanden, der in solch einer Situation ist, kein freies Geleit gewähren.”

Seit fast zwei Monaten hält sich Assange in dem Gebäude auf. Er befürchtet im Falle einer Auslieferung nach Schweden von dort in die USA abgeschoben zu werden.

Assange Anwalt in Schweden erklärte: “Das Asyl bedeutet, dass der schwedische Haftbefehl von Großbritannien nicht mehr ausgeführt werden kann. Die schwedische Staatsanwältin sollte ihre Haltung ändern und sich sofort nach London begeben und Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft verhören.”

Assange kündigte an, am Sonntag eine Erklärung abzugeben. Es wäre sein erster öffentlicher Auftritt seit März. Ob er dafür nur ans Fenster der Botschaft tritt oder das Gebäude tatsächlich verlässt, ist unklar.