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Südafrika entsetzt über Minen-Massaker

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Südafrika entsetzt über Minen-Massaker

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Die südafrikanische Presse hat mit Empörung auf den Tod von mehr als 30 streikenden Bergleuten reagiert. Als Blutbad bezeichneten die Zeitungen die Polizeiaktion gegen die Mitarbeiter einer Platinmine nordwestlich von Johannesburg. Die Polizei hatte während einer Konfrontation mit den Streikenden mit scharfer Munition das Feuer eröffnet.

Ein Polizeisprecher verteidigte das Vorgehen der Beamten: “Die Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas und Blendgranaten gegen die vorrückende Gruppe ein. Die Beamten mussten Gewalt anwenden, um sich vor einem Angriff zu schützen.”

Aber viele Passanten in Johannesburg sind entsetzt von der Unverhältnismäßigkeit der Gewalt, die es in dieser Form seit dem Ende der Apartheid nicht mehr gegeben hat. “Die Polizei hat überreagiert”, sagte ein Bergbaustudent. “Was sie gemacht haben war unfair. Sie hätten Tränengas und Gummigeschosse einsetzen sollen, statt die Bergleute zu erschießen.”

“Die Situation hätte viel besser kontrolliert werden können”, sagt ein Mann in Johannesburg. “Die Gewalt hätte eingedämmt werden können. Aber was passiert ist, ist passiert. Ich fürchte, dies ist ein Rückschritt in vergangene Zeiten. Es erinnert jeden an Dinge, die hier in der Vergangenheit geschehen sind.”

Die Gewalt begann, nachdem sich etwa 3.000 Streikende, einige bewaffnet mit Macheten und Knüppeln, auf einen Hügel in der Nähe der Marikana-Mine zurückgezogen hatten, der von der Polizei umzingelt wurde. Die genauen Umstände der tödlichen Konfrontation sind nicht klar.