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Zwei Jahre Haft für Pussy Riot

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Zwei Jahre Haft für Pussy Riot

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Die drei Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot müssen für jeweils zwei Jahre ins Gefängnis. Ein Gericht in Moskau sprach die drei jungen Frauen wegen Rowdytums und Anstiftung zu religiösem Hass schuldig. Die fast sechs Monate Untersuchungshaft werden damit verrechnet.

Damit bleib das Gericht unter der Forderung der Anklage, folgte aber in der Urteilsbegründung in weiten Teilen den Argumenten der Staatsanwaltschaft. Die wollte für jede der Frauen drei Jahre Lagerhaft, die Verteidigung Freispruch.

Die Band hatte im Februar die Erlöser-Kathedrale in Moskau gestürmt und dann in einem sogenannten Punkgebet die Jungfrau Maria angefleht, Kremlchef Wladimir Putin aus Russland zu vertreiben. Mit der Aktion hätten die drei Frauen die Gefühle der Gläubigen aufs gröbste verletzt, so die Richterin.

Kritiker beklagten, der Prozess sei politisch motiviert und vom Kreml aus gesteuert. Amnesty International erkennt die drei Frauen als politische Gefangene an. Unter anderem hatten sich Musik-Größen wie Madonna, Paul McCartney oder Björk für Pussy Riot ausgesprochen.

Während der Urteilsverkündung hatten sich Unterstützer und Gegner vor dem Gericht versammelt. Es kam zu Tumulten, die Polizei nahm etwa 30 Fans der Punkerinnen fest.