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Proteste gegen Strafmaß

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Proteste gegen Strafmaß

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Nach ihrem Protest gegen Kremlchef Wladimir Putin in einer Kirche müssen die drei Frauen der Punkband Pussy Riot ins Straflager.

In dem international umstrittenen Strafprozess begründete das Gericht die Verurteilung der Musikerinnen zu je zwei Jahren Haft, mit Rowdytum aus religiösem Hass.

Die Richterin warf den Frauen während der fast dreistündigen Urteilsverkündung vor, mit ihrer Aktion die Gefühle der Gläubigen verletzt zu haben.

Doch mit Recht und Gesetz habe der Schuldspruch nichts mehr zu tun, so die Kritiker:“Für uns, selbst für diejenigen, die Pussy Riot nicht mögen, ist dies eine Missachtung bürgerlicher Rechte. Was hier passiert erinnert an die Inquisition. Wenn die Staatsanwaltschaft also davon sprach, es habe hier einen Mangel an Respekt gegeben, frage ich, was hat sich denn das Gericht geleistet? Das war auch ein Mangel an Respekt vor dem Gesetz.”

Konservativen Russen jedoch ist die verhängte Strafe noch längst nicht hoch genug, so erklärte ein Kosake vor dem Gerichtsgebäude:“Diese Strafe reicht nicht aus. Wir verlangen das höchstmögliche Strafmaß überhaupt. Eine solche Tat hätte eine höhere Strafe verdient. Daher stimmen wir der Anklage hier ausdrücklich zu.”

Bei Protesten vor dem Gerichtsgebäude wurden mindestens 60 Anhänger der Künstlerinnen festgenommen, darunter der Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow und Sergej Udalzow, einer der Oppositionsführer.

Die Anwälte von Pussy-Riot wollen das Urteil jetzt in der nächsten Instanz anfechten und notfalls bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen.