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Südafrika: "Wer am Dienstag nicht arbeitet, fliegt!"

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Südafrika: "Wer am Dienstag nicht arbeitet, fliegt!"

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Der Streit zwischen den Arbeitern und den Betreibern der südafrikanisch-britischen Lonmin-Platinmine bei Pretoria dauert an. Wenige Tage nach den tödlichen Zusammenstößen mussten rund 250 der Kumpel wegen der Teilnahme an dem eskalierten Streik vor Gericht erscheinen. Ihnen werden unter anderem Mordversuch und Störung der öffentlichen Ordnung vorgeworfen.

Gleichzeitig ist gut ein Drittel der 28 000 Beschäftigten an diesem Montag wieder zur Arbeit gegangen. Den anderen Kumpeln stellte das Unternehmen ein Ultimatum: Wer am Dienstag immer noch streikt, wird entlassen.

Lonmin-Finanzchef Simon Scott: “Es gab einen illegalen Streik, Angestellte entschieden sich, nicht zur Arbeit zu erscheinen und dann ist das ganze ziemlich schnell in Gewalt ausgeartet, die jenseits unserer Kontrolle war und deretwegen die Polizei intervenieren musste.”

Insgesamt 44 Menschen kamen bei den Zusammenstößen ums Leben, darunter auch zwei Polizisten. Am Donnerstag erschoss die Polizei 34 Kumpel. In Notwehr, wie die Beamten sagen. Die Arbeiter seien bewaffnet gewesen.

Die Bergleute fordern eine Lohnerhöhung von derzeit umgerechnet 440 Euro auf 1200 Euro. Seit diesem Montag gilt in Südafrika eine einwöchige Staatstrauer. Präsident Jacob Zuma will die Gewalteskalation untersuchen lassen.