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Todesstrafe auf Bewährung für Funktionärsgattin

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Todesstrafe auf Bewährung für Funktionärsgattin

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Gu Kailai, die Frau des entmachteten chinesischen Spitzenpolitikers Bo Xilai, ist am Montag wegen Mordes zu einer bedingten Todesstrafe verurteilt worden. Das Mittlere Volksgericht der ostchinesischen Provinzhauptstadt Hefei setzte die Strafe zur Bewährung aus. Konkret bedeutet das, dass die Strafe nach einer zweijährigen Bewährungsfrist in lebenslange oder langjährige Haft umgewandelt wird.

“Es ist ein gerechtes Urteil. Es zeigt den Respekt des Gerichtes vor dem Gesetz, der Realität und dem Leben”, sagte Gu nach der Urteilsverkündung.

Gu hatte in einer nur sieben Stunden dauernden Verhandlung zugegeben, den britischen Geschäftsmann Neil Heywood vergiftet zu haben. Ihr mitangeklagter Assistent Zhang Xiaojun muss wegen Beihilfe zum Mord für neun Jahre ins Gefängnis.

Chinaexperte Johnny Lau Siu erwartet eine schnelle Freilassung der Funktionärsgattin: “Es gibt viele Beispiele von Führungskadern, die zwar zu Gefängnis- oder Todesstrafen verurteilt wurden, aber nach drei oder vier Jahren freigelassen wurden”, erinnert sich Lau.

Für Gus Ehemann, Bo Xilai, bedeutete die Affäre das Ende seiner Karriere. Ihm waren gute Chancen nachgesagt worden, beim turnusgemäßen Machtwechsel in der Kommunistischen Partei Chinas im Herbst in höchste Ämter aufzusteigen. Bo Xilai war der prominenteste Vertreter der “Neuen Linken”.