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Vom syrischen Machtkampf zur Bedrohung Israels

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Vom syrischen Machtkampf zur Bedrohung Israels

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Dies ist momentan eine der sensibelsten Grenzregionen des Planeten. Der Blick geht von den israelisch besetzten Golanhöhen nach Syrien, wo seit 17 Monaten gekämpft wird. Die Israelis schauen voller Sorge weiter nach Teheran, weil der Iran als wichtiger Verbündeter der syrischen Führung droht und provoziert. Wie ernst man in Israel diese Bedrohung nimmt, zeigt sich beim Verkauf von Gasmasken. Ein ganzes Volk deckt sich ein. Der Politik-Wissenschaftler Yossi Melman verweist auf die Frage, die man jetzt an jeder Straßenecke höre: “ Wird Israel iranische Atomanlagen bombardieren? Wann?”.
Wobei die Betonung schon auf WANN liege.

Der arabische Frühling hat Israel unberechenbare Verhältnisse rundum beschert. Das fängt beim Nachbarn Ägypten an. Da hatte die Mubarak-Herrschaft für Israel den Vorteil, berechenbar auf die Einhaltung von Verträgen ausgerichtet zu sein.

Wenn im Iran Präsident Ahmadinedschad Israel als ein “Krebsgeschwür inmitten der islamischen Welt” bezeichnet, dann wird das von islamistischen Kräften von Ägypten bis Tunesien als Unterstützung verstanden. Ebenso die Ankündigung des iranischen Staatsoberhauptes, es werde ein neuer Naher Osten entstehen. Dank der Gnade Gottes und durch Aktionen der dortigen Nationen werde es ein Naher Osten sein, in dem es keine Spuren mehr von Amerikanern oder Israelis geben werde.

Je länger die Kämpfe in Syrien andauern, je mehr das Assad-Regime in Bedrängnis gerät, um so lauter werden sorgenvolle Äußerungen zu dort vorhandenen Massenvernichtungswaffen. Sogar US-Präsident Obama sah sich schon genötigt, zu betonen, solche Waffen zu benutzen oder auch nur direkt für den Einsatz vorzubereiten, überschreite eine rote Linie. Nach amerikanischen Informationen soll es 20 bis 30 Lagerstätten geben – für Senfgas, das erstmals im I. Weltkrieg eingesetzt wurde auch für Sarin und für spezielle Nervengifte. Der Experte für solche Waffen David Friedman betont, die klaren Worte Obamas könnten Assad zur Vorsicht mahnen.

Er sieht das größte Risiko darin, dass diese Waffen in die Hände von Extremisten fallen könnten und nennt dabei die von Syrien unterstützte Hisbollah. Und wo die Hardliner der einen Seite drohen, haben es auch auf der anderen Seite besonnene Kräfte um so schwerer. Das ist die zweifache Gefahr für Israel.

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