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Breivik - ein Schreckensszenario


Norwegen

Breivik - ein Schreckensszenario

Es ist 15 h 25 am 22. Juli 2011. Im Regierungsviertel von Oslo explodiert eine Bombe. Acht Menschen sterben, weitere werden verletzt. Als die Alarmmeldung bei der Polizei eingeht, ahnt noch niemand, dass dies nur der perfiede Auftakt für ein noch schlimmeres Verbrechen ist. Ein hinterhältiges Ablenkungsmanöver. Knapp zwei Stunden später erreicht der Täter die rund 40 km von Oslo entfernt gelegene Fjordinsel
Utoyea, wo wie jedes Jahr die jungen Sozialdemokraten ihr Sommerlager haben.
Der Täter setzt mit der Fähre über, wobei einem Polizisten seine Waffen auffallen. Er unternimmt aber nicht, meldet seine Beobachtung auch nicht weiter. Auf der Insel beginnt Brevik sofort auf alles zu schießen, was sich bewegt. 69 Jugendliche tötet er so. Zwei schaffen es, ihm schwimmend zu entkommen. Im Internet erscheint derweil ein 1.500 Seiten langes Rechtfertigungspamphlet.
Darin beschreibt der Täter auch akribisch, wie er seine Mordtaten über Jahre vorbereitet hat.
In seinem Internet-Rext ist von “Kulturkampf” die Rede, von Hass auf Muslime, die Europa “überfremden” würden – und vom Hass auf die in seinem Land regierenden Sozialdemokraten.
Ein Jahr danach legt die von Ministerpräsident Jens Stoltenberg eingesetzte Untersuchungskommission ihren Bericht vor. Darin ist von eklatanten Versäumnissen in der Arbeit der Polizei die Rede.
Es heisst, Breivik hätte angesichts seiner langen Vorbereitungen vorher auffallen und gestoppt werden können. Als Schlußfolgerung aus dieser Untersuchung wurde der Polizeichef abgelöst. Kommunikationsstrukturen und Ausrüstung der Polizei wurden verbessert. Denn besonders schlimm wirkte sich das Versagen der Polizei aus, als Breivik auf der Insel schon schoß, die Sicherheitskräfte aber mangels Boot nicht dorthin gelangten.
Für die Familien können die nun eingeleiteten Verbesserungen im norwegischen Polizeiapparat kein Trotz sein. Sie können nach dem Urteil nur hoffen, dass dieser Mann nie wieder seine Mitbürger bedrohen wird bedrohen können.
In Norwegen, dass kein “lebenslänglich” in seinem Strafgesetzbuch hat, wird auf ihn wohl die Ausnahmeregelung der alle 5 Jahre zu verlängernden “Verwahrung” angewandt.
Denn Reue hat er nicht gezeigt.

Ein Jahr danach legt die von Ministerpräsident Jens Stoltenberg eingesetzte Untersuchungskommission ihren Bericht vor. Darin ist von eklatanten Versäumnissen in der Arbeit der Polizei die Rede.
Es heisst, Breivik hätte angesichts seiner langen Vorbereitungen vorher auffallen und gestoppt werden können.

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