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Krebstod nach Kokainskandal: Trauer um TV-Talkmaster

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Krebstod nach Kokainskandal: Trauer um TV-Talkmaster

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In Frankreich verbreitet sich an diesem Freitag wie ein Lauffeuer die Nachricht vom plötzlichen Tod des 48jährigen TV-Moderators Jean-Luc Delarue. Erst im Mai hatte der allen Franzosen bekannte Fernsehstar und Produzent auf Belle Ile ein Ex-Model geheiratet, dazu sagte Delarue in der Regenbogenpresse: “Ich war noch nie so krank und zugleich noch nie so glücklich.” Jetzt hat er den Kampf gegen den Krebs, über den der Talkmaster 2011 auch im Fernsehen gesprochen hatte, verloren.

National bekannt geworden war Jean-Luc Delarue in den 90er Jahren durch die Talk-Sendung “Cela se discute” (“Das wird diskutiert”) des öffentlich-rechtlichen Senders France2, die er auch produzierte. Darin wurde jede Woche mit Betroffenen, Experten und eingespielten Reportagen ein bestimmtes meist sehr publikumsnahes Thema behandelt. Menschen, die sich zu dick fanden, familiäre Konflikte, Suchtprobleme… Delarue sprach sehr viel und sehr schnell, aber er war auch nah bei den Menschen, die in seiner Sendung zu Gast waren.

Ab 2007 begann der Abstieg des zuvor übermächtigen Moderators, er beleidigte eine Stewardess und eine Kollegin und erklärte später, er sei krank gewesen. Von Alkohol und Drogen war die Rede. 2011 wurde er mit 15 Gramm Kokain in seiner Wohnung erwischt und angeklagt.

Danach machte Jean-Luc Delarue auch den Kampf gegen seine Sucht öffentlich und zog mit einem Campingbus durch Frankreich, Belgien und die Schweiz, um Jugendliche vor Drogen zu warnen. Seinen eigenen Prozess, der wegen gesundheitlicher Probleme verschoben worden war, hat Delarue nicht mehr erlebt. Auf den Paparazzi-Fotos seiner Hochzeit war er nur noch ein Schatten seiner selbst.