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Ai Weiwei, der Unbeugsame

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Ai Weiwei, der Unbeugsame

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Ai Weiwei ist der berühmteste chinesische Künstler der Gegenwart, einer der schärfsten Regimekritiker im eigenen Land und trotz Reisesperre im internationalen Kulturbetrieb allgegenwärtig. Einblicke in sein Werk gewährt die Dokumentation “Ai Weiwei: Never Sorry” von Alison Klayman, die in diesem Sommer in vielen Ländern angelaufen ist. “Der Film zeigt Ai Weiwei als ein unglaubliches Kommunikationsgenie”, betont die Regisseurin. “Er spricht über extrem ernste und wichtige Themen im aktuellen China, und nimmt sich dabei nie zu ernst. Er ist dazu in der Lage, Spaß zu haben und andere Menschen an dem Gespräch teilhaben zu lassen.” Alison Klayman hat den 55-Jährigen drei Jahre lang mit der Kamera begleitet. Entstanden ist ein Langzeitporträt über den ruhelosen Künstler und Rebellen, der den Finger auf die Schwachstellen des Systems legt. Ai Weiwei war im April 2011 festgenommen und fast drei Monate ohne Anklage an einem unbekannten Ort festgehalten worden. Danach kamen die Steuerhinterziehungsvorwürfe, um ihn politisch mundtot zu machen, sagt der Künstler. Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß, steht aber unter ständiger Überwachung. “Wir sind in Kontakt und schicken uns regelmäßig Nachrichten zu”, sagt Klayman. “Ich schicke ihm Bilder von den Premieren, weil er China ja nicht verlassen darf.” Die Dokumentation war auf mehreren Festivals zu sehen, unter anderem auch auf der Berlinale und wurde in Sundance mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet.