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Ein Vertretungsjob, zwei Kinder, fünf Hühner, ein Hypothekenkredit

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Ein Vertretungsjob, zwei Kinder, fünf Hühner, ein Hypothekenkredit

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Die Aguados sind eine ganz normale spanische Familie: Vater Cesar, Mutter Puri, zwei Kinder, fünf Hühner, ein 20jähriger Hypothekenkredit. Der Vater hat einen Vertretungsjob, die Mutter ist arbeitslos.
 
Aber Jobs sind Mangelware in El Viso de San Juan in der Region Madrid, wie überall in Spanien.
 
Hier ist jeder Vierte arbeitslos, von den Jungen jeder Zweite.
 
 
Familienvater Cesar Aguado:
 
“Meine Aussichten sind echt trübe. Ich bin nur Ferien-Aushilfe. Wenn ich das richtig sehe, stehe ich ab 15. September auf der Straße.”
 
 
Cesar ist gelernter Elektriker und arbeitet aushilfsweise als LKW-Fahrer. Seine Frau Puri war 20 Jahre lang Verkäuferin, seit zwei Jahren ist sie arbeitslos.
 
 
Puri Aguado:
 
“Ich will ja gar keine Finanzhilfen, ich will eine Chance auf einen Job. Ich will hier wohnen bleiben, keinen Luxus, nur hier bleiben mit einem ganz gewöhnlichen Lebensstandard.”
 
 
Geld umverteilen sei nicht zielführend, meint Analyst Ingnacio Cantos von ATL Capital, besonders wenn fast keines mehr da ist.
 
Man sollte das Konzept Sozialstaat überdenken.
 
 
Ingnacio Cantos: 
 
“Die Regierung sollte lieber Anreize schaffen, dass sich die Leute bewerben. Geld für Arbeitslose verschleppt doch eher die Jobsuche.”
 
 
Sagt der Inhaber eines Arbeitsplatzes. Die Aguados sind vorerst froh, dass sie den Sommer solala überstanden haben. Ohne Teil der “faulen Immobilienkredite” zu werden, unter denen Spaniens Banken ächzen.
 
 
 
 
mit AP