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Kolumbien: Präsident will Frieden mit Rebellen schließen

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Kolumbien: Präsident will Frieden mit Rebellen schließen

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Seit bald 50 Jahren halten die linksgerichteten FARC-Rebellen Kolumbien in Atem. Bei ihren Anschlägen und Entführungen kamen zahlreiche Menschen ums Leben. Jetzt soll damit Schluss sein. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos vereinbarte jetzt die Aufnahme von Friedensverhandlungen mit den Rebellen. Es seien schon Sondierungsgespräche geführt worden, so Santos.

Gleichzeitig machte er klar: “Erstens: Wir werden wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, um sie nicht zu wiederholen. Zweitens: Alle Anstrengungen müssen zum Ende des Konflikts führen, nicht zu seiner Verlängerung. Drittens: Das Militär wird weiter auf jedem Zentimeter nationalen Territoriums stationiert bleiben und handeln.”

Auch die weniger bekannte Rebellentruppe ELN, die nationale Befreiungsarmee, will eigenen Angaben nach an den Friedensgesprächen teilnehmen.

Im Volk ist die Stimmung trotz der versöhnlichen Worte von oben eher zurückhaltend – nicht zuletzt deshalb, weil frühere Friedensverhandlungen gescheitert waren.

Ein Passant in Bogota sagte: “Das beste ist es jetzt, klare Entscheidungen zu treffen und den Rebellen zu sagen, dass ihr Handeln nicht in Ordnung ist und dass es unmittelbar Konsequenzen für sie hat, wenn sie sich falsch verhalten. Solange sie nicht endgültig beschließen, die Waffen fallenzulassen, sollte es keine Gespräche geben.”

Ein weiterer Mann meinte: “Wir sind noch nicht bereit dafür. Die FARC hat uns lange genug an der Nase herumgeführt. Und jetzt veräppelt sie uns lediglich erneut.”

Die eigentlichen Friedensgespräche sollen nun im Oktober aufgenommen werden, zunächst in Oslo, dann auf Kuba.