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Syrische Opposition legt Plan für die Zeit nach Assad vor

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Syrische Opposition legt Plan für die Zeit nach Assad vor

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Syrische Oppositionelle fordern ein militätisches Eingreifen der internationalen Gemeinschaft. Während in Damaskus und Aleppo in den Straßen gekämpft wird, haben in Berlin 45 Vertreter verschiedener Oppositionsgruppen ihr Programm für die Zeit nach dem Sturz von Assad vorgestellt.

Das haben sie in monatelangen Geheimverhandlungen unter dem Dach der deutschen “Stiftung Wissenschaft und Politik” ausgearbeitet. Mitverfasser Amr Al-Azm, der als Geschichtsprofessor in den USA lehrt, stellte diesen ersten konkreten Plan für ein künftiges Syrien vor. Er betont: “Es geht darum, wie wir das Land wieder aufbauen. Dies ist ein Land, das einen unheilvollen Prozeß durchlaufen hat – Zerstörung, Krieg, Tod. All das muss aufgerechnet werden. Zur Erinnerung: hier ist eine Wirtschaft, die alles hat, aber zusammengebrochen ist. Wir müssen Krankenhäuser funktionsfähig machen, Gehälter zahlen, wir müssen für Gesetz und Ordnung sorgen, für Sicherheit u.s.w. Mit all diesen Themen muss man sich jetzt beschäftigen, um später ein Chaos zu vermeiden.”

Während in Damaskus Präsident Assad Normalität demonstriert, verlangen seine Gegner schwere Waffen für die Rebellen und eine militärische Intervention zur Schaffung einer Flugverbotszone sowie Schutzzonen für Flüchtlinge. Den Einsatz ausländischer Bodentruppen lehnen sie aber ab.

Amr Al-Azm, Ko-Autor des Planes “Syria – The Day After”, sagt: “Dies sind Ideen und Informationen, die nicht nur aus einer Quelle stammen. Es gibt andere Anstrengungen anderer Gruppen, die ebenfalls mit Antworten oder Informationen beim Aufbau einer Übergangsregierung mitarbeiten wollen, egal wie die in Zukunft aussehen wird.
Wir sehen uns weder als die einzigen Anbieter solcher Informationen noch als die einzigen, die eine endgültige Antwort hätten.”

Den sich abzeichnenden Aufnahmestopp für Flüchtlinge in der Türkei wertet Amr Al-Azm als Vorbereitung einer militärischen Intervention mit dem Ziel, ein Schutzzone für Flüchtlinge in Syrien zu schaffen.

Complete interview with Amr Al-Azm (in Englisch)