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Frankreichs Banker zieht es nach London

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Frankreichs Banker zieht es nach London

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Im Pariser Geschäftsviertel, genannt “La Defence”, könnte es bald ruhig werden: Wegen der bevorstehenden Finanzreformen planen viele Banken und Unternehmen, Frankreich zu verlassen, auch wenn sie es nicht offiziell zugeben. Vor allem neue Steuern drohen, Gutverdiener aus dem Land zu treiben. So will die sozialistische Regierung den Spitzensteuersatz auf Einkommen von mehr als einer Million Euro auf 75 Prozent anheben.

Bevorzugtes Ziel der potentiellen Auswanderer ist London. “Für Börsenhändler und Broker ist es interessant, nach London zu ziehen”, meint Reuters-Korrespondent Lionel Laurent, “denn dort gibt es viele Handelshäuser, viele Banken, und man kommt leichter an Informationen. In Frankreich wurde bereits eine Finanztransaktionssteuer beschlossen und das macht es teurer und komplizierter, Finanzgeschäfte von Frankreich aus abzuwickeln. Das ist ein Punkt. Wir kennen aber auch Berichte, wonach einige Luxusgüterkonzerne darüber nachdenken, ihr Management nach London zu verlegen.” London gilt als attraktivstes Finanzzentrum weltweit – Paris liegt in dieser Statistik nur auf Platz 22.

“Hier, in La Defense, dem Geschäftsviertel von Paris, richtet eine französische Bank gerade fünf neue Trading rooms ein für rund 3500 Menschen ein.”, berichtet euronews-Korrespondent Giovanni Magi. “Aber nun sieht es so aus, als würden nach dem Abschluss der Bauarbeiten einige dieser Büros leer bleiben.”