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Südafrika: Nach Polizeischüssen Kollegen der toten Bergarbeiter angeklagt

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Südafrika: Nach Polizeischüssen Kollegen der toten Bergarbeiter angeklagt

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Gegen 270 Minenarbeiter in Südafrika ist Anklage wegen Mordes erhoben worden – Polizisten hatten 34 ihrer Kollegen Mitte August während einer Kundgebung erschossen.
 
Ihr mögliches Delikt heißt “gemeinsame Sache” – “common purpose” – ein Tatbestand, der noch aus den Zeiten der weißen Minderheitsregierung stammt und auf Anti-Apartheids-Aktivisten angewandt wurde. Danach sind alle Anwesenden mit schuld, wenn es zu einer Schießerei kommt, in die Polizisten verwickelt sind.   
 
Ein wilder Streik für höhere Löhne in einer Platinmine hatte die schweren Ausschreitungen ausgelöst. Der Ausstand hatte vor knapp drei Wochen begonnen.
 
 
Die Polizei hatte erklärt, sie habe sich gegen eine mit Schusswaffen ausgerüstete Menge verteidigen
müssen.
 
Polizisten wurden nicht angeklagt – ihr Verhalten werde statt dessen von einer Untersuchungskommission bewertet, so ein Behördensprecher.
 
In den vergangenen Wochen waren bei Zusammenstößen streikender Bergleute mit der Polizei insgesamt 44 Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Polizisten.
 
 
In der Nähe der Marikana-Mine wurden Opfer beerdigt. Kirchenführer und Regierungsmitglieder kamen zu der Zeremonie. Im ganzen Land gab es Trauergottesdienste.
 
 
Anfang der Woche war nur jeder achte Kumpel der Marikana-Mine zur Arbeit erschienen. 
 
In Südafrika lagern etwa 80 Prozent der weltweit bekannten Platin-Reserven.
 
 
 
 
mit AFP, AP