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Spanien: Viele Branchen fürchten erhöhte Mehrwertsteuer

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Spanien: Viele Branchen fürchten erhöhte Mehrwertsteuer

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Die Erhöhung der Mehrwertsteuer in Spanien wird die Bevölkerung voraussichtlich hart treffen. Ab diesem Samstag steigt der normale Steuersatz von 18 auf 21 Prozent, der ermäßigte Satz, der bisher bei acht Prozent lag, klettert auf 10 Prozent. Nur der geringste Satz etwa für Grundnahrungsmittel oder Bücher bleibt bei vier Prozent.

Für die Spanier bedeutet das erhebliche Mehrausgaben: Eine Familie muss laut Schätzungen mit zusätzlichen Belastungen von rund 470 Euro im Jahr rechnen. Die Regierung freilich hofft auf Mehreinnahmen in Höhe von 7,5 Milliarden Euro pro Jahr – Geld, das das Land dringend benötigt, um seinen Schuldenberg zu reduzieren.

Verhältnismäßig gut kommen die Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel davon: Hier steigt der Steuersatz von acht auf 10 Prozent, ebenso wie für Strom und Gas. Weit schlimmer trifft es Kaffeehausbesucher, denn die Mehrwertsteuer für Getränke steigt von bisher acht gleich auf 21 Prozent. Und ganz besonders tief müssen Eltern von Schulkindern in die Tasche greifen: Der Steuersatz für Schulbedarf wird von vier auf 21 Prozent heraufgesetzt.

Auch die Kultur- und Freizeitindustrie ist betroffen: Kino- und Konzertkarten werden künftig mit 21 statt mit acht Prozent besteuert. 4000 Kulturbetriebe erklärten in einem Protestbrief an die Regierung, dass wegen der höheren Steuer rund 20 Prozent der Betriebe schließen müssten und mehr als 4000 Menschen ihren Job verlieren würden.