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Armenien nun auch im Streit mit Ungarn

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Armenien nun auch im Streit mit Ungarn

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Armenien will mit Ungarn nichts mehr zu tun haben: Das Kaukasusland hat jetzt die diplomatischen Beziehungen abgebrochen.

Auslöser ist wieder Armeniens Dauerstreit mit dem Nachbarn Aserbaidschan. Ungarn war nur der Schauplatz, als 2004 ein armenischer Offizier ermordet wurde – von einem Offizier aus Aserbaidschan. Beide waren dort zu einem NATO-Lehrgang.

Der Täter wurde in Ungarn zu lebenslanger Haft verurteilt. Ungarn übergab ihn jetzt aber an seine Heimat Aserbaidschan, wo er prompt begnadigt und freigelassen wurde. Die Wut in Armenien ist groß darüber, dass der Mann seine lebenslange Haft nun gar nicht verbüßen muss.

Armenien und Aserbaidschan liegen seit langer Zeit über Kreuz wegen des strittigen Gebiets Nagorny Karabach, das beide gerne haben möchten. Es wird inzwischen von Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich weiter zu Aserbaidschan. Der Streit geht schon zurück in die Achtziger, als beide noch brüderlich verbundene Mitglieder der Sowjetunion waren.

Sogar Krieg haben sie wegen Nagorny Karabach schon geführt. Der jetzige Frieden ist nur sehr brüchig; eine kleine Annäherung findet dann und wann statt, wird aber ebenso schnell wieder zunichte gemacht – auch durch Fälle wie die jetzige Freilassung.