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Gedenken an blutige Schlacht von Borodino 1812

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Gedenken an blutige Schlacht von Borodino 1812

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Genau zweihundert Jahre ist einer der großen Momente in der russischen Geschichte her – und damit auch das große Scheitern von Napoleon: Im Sommer 1812 wagte der französische Kaiser mit sechshunderttausend Soldaten seinen Feldzug nach Russland.

Die russische Armee wich ihm erst aus; Anfang September aber kam es dann zur großen Schlacht von Borodino, einem Örtchen vor der Hauptstadt Moskau.

Hier, auf dem Schlachtfeld von Borodino, wird an diesem Sonntag an die Ereignisse vor zweihundert Jahren erinnert. Enthusiasten stellen in historischen Uniformen die Schlacht von damals nach.

Borodino damals war ein Gemetzel: Achtzigtausend Soldaten wurden hier getötet, ohne dass eine Seite gewonnen hätte. Napoleon zog zwar eine Woche später noch in das verlassene Moskau ein, hatte damit aber nichts erreicht und musste wieder abziehen.

Seine Soldaten kämpften auf dem Rückzug gegen den Feind, gegen den Hunger und bald auch gegen
den russischen Winter: Nur noch ein kläglicher Rest
der einst stolzen französischen Armee – einige
tausend Mann – schaffte es Ende 1812 noch aus Russland zurück.

Für Napoleon war das Scheitern in Russland der Anfang vom Ende: Anderthalb Jahre später musste Frankreichs Kaiser ein erstes Mal abtreten, noch ein Jahr darauf dann endgültig – ihm blieben nur noch Verbannung und Tod.

Die Russen kennen den sechsmonatigen Krieg von 1812 als Vaterländischen Krieg. Übertroffen wurde er nur noch vom Großen Vaterländischen Krieg im
darauffolgenden Jahrhundert gegen Hitlerdeutschland.

Beide Kriege sind prägende Augenblicke in der russischen Geschichte und werden immer wieder herangezogen, um auch die heutige Gesellschaft auf
einen russischen Patriotismus einzuschwören.