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Abschied vom Gründer der Mun-Sekte

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Abschied vom Gründer der Mun-Sekte

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Anhänger der sogenannten Vereinigungskirche oder Mun-Sekte trauern weltweit um
Sun Myung Mun. Der selbsternannte Messias aus Südkorea ist im Alter von 92 Jahren gestorben.

Bekannt wurde Mun durch spektakuläre Massenhochzeiten und seine wirtschaftlichen Erfolge: Er kontrollierte einen südkoreanischen Waffen- und Werkzeugmaschinenhersteller, verdiente in Ginseng und Bauwirtschaft. Seine gläubigen “Munies” füllten ihm durch unbezahlte Verkaufs-, Sammel- und Bettelaktionen die Kirchenkasse.

Von seinen Anhängern als
“Wahrer Vater” bewundert, war der Sektengründer
deshalb zu Lebzeiten stark umstritten – seine Frau und er durften ab 1995 gut zehn Jahre lang nicht nach Deutschland einreisen.

Begründung: Die Vereinigungsbewegung gehöre zu den Jugendsekten und Psychogruppen, deren Aktivitäten junge Menschen gefährden könnten.

Die von Mun vor fast 60 Jahren gegründete Vereinigungskirche hat nach eigenen Angaben drei Millionen Mitglieder, rund 200 000 in Südkorea.

Lee Sang-Bo, ein Anhänger der Vereinigungskirche:

“Das bricht mir das Herz, mehr als der Verlust der Eltern. Schon das war ein gewaltiger Schmerz, ganz unbeschreiblich. Aber als er starb, war das noch schlimmer.”

Ahn Ho-Yeul, PR-Chef Vereinigungskirche:

“Die Gläubigen unserer Kirche rund um die Welt werden beten, sich finanziell und emotional engagieren. So wird sich Gottes Wille über dieses Land verbreiten und der Weltfriede eintreten.”

In einem Museumsbau in Gapeyong östlich der Hauptstadt Seoul nehmen Muns Anhänger Abschied. Seine konservative Botschaft mit antisemitischen Untertönen verbreitet seit vier Jahren Hyung Jin Mun, jüngstes von 14 Kindern und neues geistiges Oberhaupt der Sekte.

mit AFP, Reuters, dpa