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Flüchtlinge auf spanischen Inseln vor Marokko

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Flüchtlinge auf spanischen Inseln vor Marokko

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Nur wenige Meter vor Afrika liegt das verheißungsvolle Europa. In diesem besonderen Fall sieht es allerdings ein bisschen kärglich aus: Europa
besteht hier aus drei Inselchen direkt vor der Küste von Marokko – die aber zu Spanien gehören, die Alhucemas-Inseln.

Einer dieser Außenposten, die Insel Tierra, liegt nur rund fünfzig Meter vor der Küste. Seit den letzten Tagen halten sich dort über achtzig Afrikaner auf, die auf diesem Umweg das eigentliche Spanien erreichen wollen. Zwei der Inseln sind unbewohnt; nur eine Nachbarinsel ist bebaut, der Peñón – oder Felsen – de Alhucemas. Dort sind spanische Soldaten stationiert; sie helfen den Flüchtlingen mit dem Nötigsten.

Gleichzeitig mit dem letzten Ansturm auf Tierra am Sonntag versuchten erneut etliche Flüchtlinge, den Zaun nach Melilla zu überwinden, einem spanischen Gebiet an Marokkos Küste selber. 160 Afrikaner waren es an diesem Montag: Etwa zehn von ihnen schafften es. Normalerweise haben sie keine Papiere dabei: Da man so nicht weiß, woher sie kommen, kann man sie auch schlecht wieder zurückschicken.

Im Fall der Inselflüchtlinge hofft Spanien nun aber darauf, dass sie mit der Zeit aufgeben und einfach wieder die wenigen Meter an die marokkanische Küste gegenüber zurückschwimmen.