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Bergleute von Marikana zum größeren Teil wieder frei

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Bergleute von Marikana zum größeren Teil wieder frei

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Der größere Teil der festgenommenen Bergleute von Marikana ist wieder frei. Das betrifft 162 von ihnen. Die anderen bleiben vorerst in Haft, weil ihr Wohnsitz noch nicht geklärt werden konnte.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft in Südafrika ihre
Anklage vorerst fallen lassen, nach der die 270 Bergleute schuld sein sollten am Tod von 34 ihrer Kollegen – obwohl doch die Polizei geschossen hatte.

Er sei wegen nichts festgenommen worden, sagt einer der Freigelassenen, er habe nur für seine Rechte gekämpft und kein Eigentum der Weißen beschädigt. Die Polizei sei geschickt worden, um sie dabei zu töten.

Die 34 Männer wurden während ihres Streiks in dem Platinbergwerk bei Johannesburg von der Polizei erschossen. Die Polizisten beriefen sich ihrerseits darauf, dass die Bergleute bewaffnet gewesen seien. Schon vorher waren bei Auseinandersetzungen während des wilden Streiks
zehn Menschen getötet worden, auch Polizisten und Wachleute.

Bergwerkbetreiber Lonmin warnte jetzt davor, dass bei einem fortdauernden Streik in Marikana konzernweit mehr als vierzigtausend Arbeitsplätze gefährdet seien. Nach Firmenangaben erschienen am Montag nur knapp fünf Prozent der Bergleute zur Arbeit. Auf die Forderungen der Beschäftigten ging Lonmin dabei nicht ein.

In einem weiteren Zwischenfall gab es an diesem Montag Zusammenstöße zwischen Gruppen von Bergleuten sowie mit der Polizei in einem Goldbergwerk, ebenfalls bei Johannesburg. Die Polizei setzte Gummigeschosse und Tränengas ein. Nach ihren Angaben gab es zuvor eine Schießerei zwischen streikenden und arbeitswilligen Bergeleuten sowie dem Wachdienst. Das Bergwerk Modder East gehört der Firma Gold One.