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Flugbegleiter drohen: "Deutschland steht still von null bis 24 Uhr"

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Flugbegleiter drohen: "Deutschland steht still von null bis 24 Uhr"

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Berlin, Frankfurt, München – die streikenden
Lufthansa-Flugbegleiter legen die wichtigsten Luft-Drehkreuze in Deutschland lahm. Für je acht Stunden sind seit dem frühen Morgen Berlin Tegel und Frankfurt am Main dran, in München streikt die Nachmittagsschicht.

Die Lufthansa strich seit Beginn des Streiks am Freitag mindestens 190 Flüge von und nach Frankfurt. Rund die Hälfte aller Kurz- und Mittelstreckenverbindungen und einige Langstreckenflüge seien während des Streiks ausgefallen. 26.000 Passagiere saßen fest.

Ein Passagier in Frankfurt:

“Zum Teil kann ich’s verstehen. Die Flugbegleiter haben auch ihre Arbeit. Und wenn immer mehr Drittfirmen beauftragt werden, für geringeren Lohn zu arbeiten, dann ist das auf Dauer nicht richtig.”

Die Kabinengewerkschaft Ufo kämpft für fünf Prozent mehr Lohn über 15 Monate – die Lufthansa bietet 3,5 Prozent für drei Jahre. Gestreikt wird auch gegen die Auslagerung von Stellen an Leiharbeitsfirmen und eine konzerneigene Billig-Airline.

Derzeit reden beiden Seiten nicht miteinander.

Lufthansa-Sprecher Klaus Walther nannte die gestaffelte Streiktaktik “Faustschläge ins Gesicht unserer Kunden.”

Dazu Ufo-Vorsitzender Nicoley Baublies:

“Sollte diese Arroganz beibehalten werden, dann wird das jetzt aufhören mit diesen zeitlich begrenzten und vor allem örtlich begrenzten Streiks. Dann werden wir in den nächsten Tagen irgendwann sagen: Deutschland steht still von null bis 24 Uhr.”

Beim Lufthansa-Konzern arbeiten etwa 18.000 Stewards und Stewardessen, zwei Drittel sind in der Gewerkschaft.

Die weiteren Aussichten laut Flughafen Frankfurt:
“Aufgrund des für heute angekündigten Streiks der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO kann es am Flughafen Frankfurt zu erheblichen Verzögerungen im Betriebsablauf sowie zu Flugausfällen kommen.”

Mit Reuters, dpa