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Obamas Bilanz

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Über Obama schwebt die böse Erinnerung an 1980.
Da fragte der republikanische Herausforderer Ronald Reagan die Amerikaner: “Hat sich euer Leben in den vergangenen vier Jahren verbessert?”
Das hatte es nicht. Also verlor Jimmy Carter die Schlacht um die Wiederwahl.
Folglich muss Barack Obama andere Argumente finden, wenn er den aggressiven Angriffen des politischen Gegners widerstehen will. In den Umfragen hat er nach dem Republikanerparteitag an Boden verloren. Er liegt nur noch gleichauf mit Herausforderer Mitt Romney.
Obamas wichtigstes Projekt war die Krankenversicherung. Im Juni hat Obama ein Gesetz durchgebracht, das 31 Millionen bisher unversicherten Amerikanern den Zugang zu einer Versicherung ermöglicht. Das ist ein enormer Fortschritt, auch wenn der Kongress dafür weniger Mittel bewilligt hat, als Obama wollte. Die Republikaner wollen dieses Gesetz sofort wieder kippen, wenn ihr Mann ins Weiße Haus kommt.
Zur Erinnerung: Als zuletzt mit Bill Clinton ein Demokrat die Wiederwahl schaffte, boomte die Wirtschaft. Jetzt bewerten laut Umfrage 43 % der Amerikaner die wirtschaftliche Lage als schlecht.
Die offizielle Arbeitslosenrate ist seit Obamas Amtsantritt von 7,8% auf 8,3% gestiegen.
Die Obama-Regierung hat rund 800 Milliarden in die Wirtschaft gesteckt, vor allem in die für Amerika so wichtige Automobilindustrie. Wirtschaftsexperten halten dem Präsidenten zugute, damit eine noch schlimmere Rezession verhindert zu haben.
Außenpolitisch hat der 44. Präsident der USA sich um Stabilität bemüht. Er hat den Krieg im Irak beendet, den Staatsfeind Numme 1, Osama bin Laden töten lassen und ist dabei, den Abzug aus Afghanistan einzuleiten. Aber Wahlen in den USA werden nun mal mit Innenpolitik gewonnen.
Da nützt dem um die Wiederwahl kämpfenden Präsidenten weder sein Nobelpreis noch sein Verhandlungsgeschick, mit dem seine Regierung
Russland dazu gebracht hat, einem Materialtransport nach Afghanistan über sein Territorium zuzustimmen. Die Aufbruchstimmung von 2008 ist dahin. So etwas lässt sich nicht wiederholen. Von dem vor vier Jahren versprochenen Wandel hat Obama einfach zu wenig verwirklichen können. Da fragen die Wählen nicht, welche weltwirtschaftlichen Gründen ihm im Wege standen. Vorwärts hatte Obama die Nation zu führen versprochen. Nun ist es fraglich, ob ihm noch genug Wähler weitere Fortschritte zutrauen.